11 Ausstellungen in Köln, die du dir anschauen solltest

© Bara Cross

Köln hat viele gute Museen und eine große kreative Künstlerszene und so könnte man eigentlich jeden Tag in eine neue, coole Ausstellung gehen. Von interessanten und informativen Themen, die sich mit der realen Geschichte, wie der Zeit der Nationalsozialisten oder dem Kölner Leben während der Aufklärung, bis hin zu audiovisuellen Ausstellungen von einheimischen und jungen Künstlern: Für jeden was dabei. Damit man bei all den Optionen einen kleinen Überblick bekommt, welche Ausstellungen ihr mal in der nächsten Zeit besuchen solltet.

1. 18.04. – 12.08. Haegue Yang, Es­ti­mat­ed Time of Ar­ri­val

© Haegue Yang

Haegue Yang, 1971 in Seoul geboren, lebt und arbeitet in Berlin und Seoul. 2018 wurde sie mit dem Wolfgang-Hahn-Preis ausgezeichnet und das Museum Ludwig präsentiert die weltweit erste Überblicksausstellung der Künstlerin. Die Vielfalt ihres Schaffens zeigen die über 120 ausgestellten Werke: von aktionsgebundenen Objekten der 1990er Jahre über Lackbilder, Fotografien, Papier- und Videoarbeiten, anthropomorphe Skulpturen und performative Werke bis hin zu raumgreifenden Installationen.

Haegue Yang, Es­ti­mat­ed Time of Ar­ri­val | 18.04. – 12.08. |Mu­se­um Lud­wig, Hein­rich-Böll-Platz, 50667 Köln| Mehr Info

2. 01.03. – 01.07. Das gedruckte Bild, Die Blüte der Japanischen Holzschnittkultur

Museum für Ostasiatische Kunst Köln © Rheinisches Bildarchiv Köln: rba_d045400

Japanische Holzfarbschnitte sind weltweit bekannt und beliebt. Jeder hat schonmal diese typischen Bilder von historischen Kriegern und Helden, Landschaftsdrucke, Darstellungen von Blumen, Vögeln, Insekten oder Fischen gesehen. Nach mehr als 100 Jahren hat das Museum für Ostasiatische Kunst sein Holzschnittdepot durchforstet und erstmalig seine Sammlung an japanischen Farbholzschnitten und Büchern zusammenhängend gesichtet. Das Ergebnis ist eine Auswahl der ungewöhnlichsten und kostbarsten Stücke, die in einer großen Sonderausstellung präsentiert werden.

Das gedruckte Bild, Die Blüte der Japanischen Holzschnittkultur | 01.03. – 01.07. |Mu­se­um für Ostasiatische Kunst, Universitätsstraße 100, 50674 Köln| Mehr Info

3. 17.03. – 01.07. #alleskönner Peter Behrens zum 150. Geburtstag

© MAKK, photo: Jan Rothstein

Peter Behrens war seiner Zeit voraus. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte er schon Corporate Designs, lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab, für die Delmenhorster Linoleumfabrik Anker-Marke und für die Berliner AEG. Jeder hat schonmal ein Design von Behrens gesehen. So sind zum Beispiel die lachende Kaffeekanne von Kaiser’s Kaffee, das AEG-Waben-Logo oder der Schriftzug „Dem Deutschen Volke“ am Berliner Reichstagsgebäude von Behrens. Alles Ikonen der Gestaltung. Wer sich also nur ein bisschen für Design und die Geschichte, die hinter diesem Begriff steckt, interessiert, sollte sich die Ausstellung #alleskönner unbedingt anschauen.

#alleskönner Peter Behrens zum 150. Geburtstag | 17.03. – 01.07. |Mu­se­um für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, 50667 Köln| Mehr Info

4. 24.03. – 27.01. Gert Weigelt - Autopsie in Schwarz/Weiss

© Gert Weigelt - Body Fist, 1983

Gert Weigelt wurde in Berlin und Kopenhagen zum Tänzer ausgebildet und tanzte bei dem Königlich-Schwedischen Ballet oder dem Nederlands Dans Theater. Die Zusammenarbeit mit den besten Choreographen prägten seinen künstlerischen Anspruch bis heute. Nach seiner aktiven Karriere studierte Gert Weigelt Fotografie und in den vergangenen 40 Jahren haben seine visuelle Darstellungen das Tanztheater maßgeblich beeinflusst. Die Ausstellung "Autopsie in Schwarz/Weiss" zeigt Körper- und Portraitstudien, die ein hohes Maß an Ästhetik und Erotik aufweisen. Ergänzt werden die Fotografien durch die Präsentation von Kunstfilmen, die Weigelt in den 90ern für das ZDF kreierte.

Gert Weigelt - Autopsie in Schwarz/Weiss | 24.03. – 27.01. | Deutsches Tanzarchiv, Im Mediapark 7, 50670| Mehr Info

5. 02.03. – 03.06. Gerhard Marcks, Der Bildhauer denkt

Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen, VG Bild-Kunst Bonn 2018

Die meisten von euch werden die Statue von Albertus Magnus vor der Universität kennen. Die stammt von Gerhard Marcks, DER zentrale Bildhauer der modernen figürlichen Tradition in Deutschland zwischen 1930 und 1960. Über 85.000 Zeichnungen hat er während seiner Laufzeit gemacht, die ihm die genaue Darstellung aller Facetten des menschlichen Seins zeigten und nach denen er seine Skulpturen formte. Die sind auch Thema der Ausstellung – Von der Zeichnung zur Plastik. Denn nicht das Abbilden der Natur war sein Ziel, sondern das Finden einer neuen Form. Eine wirklich interessante Ausstellung über das Arbeiten eines Künstlers.

Gerhard Marcks, Der Bildhauer denkt | 02.03. – 03.06. | Käthe Kollwitz Museum,Neumarkt 18-24, 50667 Köln | Mehr Info

6. 20.04. – 02.06. Paul Spengemann Whoa, Hoo-ah Huh!

© Artothek, Paul Spengemann

Wer in der Nähe vom Dom oder dem Alter Markt unterwegs ist und Lust auf eine kleine künstlerische Auszeit hat, sollte mal in der Artothek vorbeischauen. Dort zeigt der Künstler Paul Spengemann in einer Einzelausstellung sein neustes Werk "Whoa, Hoo-ah Huh!" vor. Es ist ein zehn minütiger Animationsfilm über den Mythos und die Faszination von Drachen. In einer Art Schattenspiel wird hier ein düster wirkender Drache auf den Zuschauer los gelassen. Langsam kriecht er in das Bild hinein, dann fliegt er über die Köpfe weg und lässt kampfeslustig seine Macht durchblicken. Das alles in einem Raum mit Leinwänden und vier Lautsprecher.

Paul Spengemann Whoa, Hoo-ah Huh! | 20.04. – 02.06. | Artothek, Am Hof 50, 50667 Köln | Mehr Info

7. 18.04. – 03.06. Black Power - Flower Power

© Pirkle Jones Foundation

Das San Francisco der 60er Jahre. Die Stadt hat in dieser Zeit Geschichte geschrieben. Die Black Pan­thers gingen aus der Bürg­er­rechts­be­we­gung her­vor und Hippies erprobten im Stadt­teil Haight-Ash­bury neue Lebens- und Ar­beits­for­men. Das Fo­to­grafene­he­p­aar Pirk­le Jones und Ruth-Mari­on Baruch hielten die damalige Zeit in ihren Bildern fest. Nach der Ermordung von Malcolm X radikalisierten sich die Black Panther zunehmend und die Fotografen zeigen in ihren Fotos ein San Francisco, dass eben nicht nur psychedelische Hippie-Kultur widerspiegelte, sondern auch die radikal-politische Ernsthaftigkeit der teilweise gewaltbereiten Bürgerrechtsbewegung. Ästhetische Schwarz-Weiss-Fotografien zwischen Anarchie und Schönheit. Ihr könnt dabei eine Spotify-Playlist anhören, um die Entstehungszeit der ausgestellten Bilder auch au­dio­vi­suell erleben zu können.

Black Power - Flower Power | 18.04. – 03.06. |Mu­se­um Lud­wig, Hein­rich-Böll-Platz, 50667 Köln| Mehr Info

8. 10.05. – 01.07. Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte

© Anne Frank | Public Domain (via Wikimedia Commons)

"Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte" ist eine Ausstellung des Anne Frank Zentrums e.V. in Berlin und dem Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Sie verbindet die persönliche Geschichte von Anne Frank und ihrer Familie mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocausts und des Zweiten Weltkriegs. Eine Ausstellung, die immer noch wichtig ist – zählt das Tagebuch der Anne Frank doch zu den wertvollsten, historischen Zeitdokumenten über den Holocaust. Sie zeigt aber auch die Geschichte des Tagebuchs seit seiner Veröffentlichung.

Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte | 10.05. – 01.07. | NS-Dokumentationszentrum, Appellhofpl. 23-25, 50667 Köln | Mehr Info

9. 20.04. – 17.06. Alex Da Corte, THE SUPƎRMAN

© Kölnischer Kunstverein

Alex Da Corte wurde 1980 in der US-amerikanischen Stadt Camden geboren und sein künstlerisches Schaffen umfasst Malereien, Skulpturen, Installationen und Filme. In seinem Werk setzen sich Begrifflichkeiten wie Begehren, Hoffnung oder Sehnsucht mit Abhängigkeit, Entfremdung oder Verlorenheit auseinander. Im Zentrum von "THE SUPƎRMAN" stehen vier filmische Arbeiten, die in der großen Halle des Kölnischen Kunstvereins installiert sind. Gezeigt wird der Film "TRUƎ LIFƎ", der den Künstler selbst als Eminem zeigt, und das dreiteilige Werk "Bad Land", das sich auf das Problemviertel in Philadelphia bezieht und Alex Da Corte beim Entknoten von Playstation-Controllern darstellt.

Alex Da Corte, THE SUPƎRMAN | 20.04. – 17.06. | Kölnischer Kunstverein, Hahnenstraße 6, 50667 Köln | Mehr Info

10. 16.03. – 03.06. Der Wilde schlägt zurück

Rheinisches Bildarchiv Köln, Wolfgang F. Meier, rba_d029031

Die Ausstellung „Der Wilde schlägt zurück“ widmet sich der Darstellung von Europäern aus der Perspektive der kolonisierten Ureinwohner. Der ehemalige Direktor des Rautenstrauch-Joest-Museums Julius Lips publizierte 1937 das radikal antifaschistische und antirassistische Buch aus dem amerikanischen Exil. Es zeigte nicht, wie sonst, das "Exotische" der kolonialisierten Länder, sondern wie die heimischen Künstler die Kolonialmächte sahen. Ein anderer Blick, der die Europäer als die eigentlichen Barbaren darstellt.

Der Wilde schlägt zurück | 16.03. – 03.06. | Rautenstrauch-Joest-Museum, Cäcilienstraße 29-33, 50667 Köln | Mehr Info

11. 23.03. – 08.07. Wallrafs Erbe. Ein Bürger rettet Köln

Stefan Lochner, Weltgericht, um 1435, Eichenholz, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Foto: RBA Köln

Vor 200 Jahren vererbte der Theologe, Universitätsrektor und Sammler Ferdinand Franz Wallraf seine umfangreiche und vielfältige Sammlung „zu ewigen Tagen“ an Köln, „zum Nutzen der Kunst und Wissenschaft“. Aufgrund dieses Jubiläums widmet Wallraf-Richartz-Museum seinem Namensgeber eine große Sonderschau. Etwa 300 Exponate aus der ehemals 40.000 Objekte fassende Sammlung werden ausgestellt. Doch der Blick richtet sich auch auf Wallrafs Leistung für die Domstadt. Denn ohne seinen leidenschaftlichen Einsatz in Zeiten unter französischer und preußischer Herrschaft würde die vielfältige Kölner Museumslandschaft heute so nicht existieren. Word.

Wallrafs Erbe. Ein Bürger rettet Köln | 23.03. – 08.07. | Wallraf-Richartz-Museum, Obenmarspforten 40, 50667 Köln | Mehr Info

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