11 besondere Orte in Köln

Köln kann mehr als Ehrenstraße, Aachener Weiher und Rhein. Zugegeben, hier muss man etwas kräftiger die Hufe schwingen und auf Entdeckungsreise gehen, bis man auf verborgene Schätze trifft. Aber es gibt sie auch hier: Besondere Orte, an denen Köln irgendwie anders ist. Orte, die schräg sind und manchmal ein bisschen verwunschen. Wir haben euch hier einmal 11 Sehenswürdigkeiten herausgesucht, die überraschend schön und außergewöhnlich sind. Viel Spaß beim Entdecken!

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© Nicola Dreksler Der Bauwagensiedlung in Zollstock einen Besuch abstatten

Definitiv einen Abstecher wert ist die Bauwagensiedlung am Kalscheurer Weg. Dafür muss man lediglich mit der Linie 12 bis zur Endstation (Zollstock Südfriedhof) fahren. Zwei Ecken weiter verbirgt sich die kleine Oase. Bunte Bauwägen, (frei herumlaufende) Pferde und verwilderte Gärten zeigen, wie schön und paradiesisch das unkonventionelle Leben sein kann. Aber auch neu errichtete Häuser und Schrebergärten finden hier, in Reih und Glied geordnet, ihren Platz – frei nach dem Motto "levve un levve losse". Gelegentlich lassen sich auf der Festkoppel der Siedlung auch Zirkusse oder Wandertheater nieder. Es lohnt sich also, hin und wieder mal vorbeizuschauen. Auch der Kalscheurer Weiher ist nur einen Katzensprung entfernt.

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© Carolin Franz Sonnenuntergang am Bayenthaler Pumpwerk

Das Bayenthaler Pumpwerk ist Kölns wohl ausgefallenster Hochwasserschutz. Dank eines speziellen LED-Systems verändert es nämlich je nach Pegelstand seine Farbe. So leuchtet es Blau oder Grün bei Niedrigwasser, Gelb oder Rot wird es bei hohem Wasserstand. Weil dieses Farbspiel besonders gut bei Dämmerung zur Geltung kommt, empfiehlt sich ein Sonnenuntergang am Pumpwerk.

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© Tom Muir Die beste Aussicht über Köln

Man könnte meinen, die schönste Aussicht über Köln hat man vom Kölner Dom aus. Fehlanzeige – ganz ohne Touristen und nahezu ungestört kann man die Aussicht vom Parkhaus an der Maastrichter Straße genießen. Falls ihr mal mit dem Auto unterwegs sein solltet, nutzt die Gelegenheit und parkt euer Auto in der obersten Etage. Vom Kölner Dom über den Fernsehturm bis hin zum Herkules Hochhaus gibt’s auf dem Parkdeck wirklich vieles zu sehen und entdecken. Klingt vielleicht nach Skyline-Romantik at its best und Kitsch pur, lohnt sich aber.

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© Christin Otto Absolute Ruhe auf dem Melatenfriedhof

Der Melatenfriedhof ist einer der bekanntesten Friedhöfe Deutschlands, denn hier liegen ziemlich viele Kölner Prominente begraben. Zu den jüngeren Verstorbenen zählen zum Beispiel Dirk Bach und Guido Westerwelle. Doch der Melatenfriedhof hat auch eine dunkle Vergangenheit. Gebaut wurde er nämlich, um Leprakranke aus der Stadt auszulagern. Im Mittelalter diente ein Areal ganz in der Nähe zudem als öffentliche Hinrichtungsstätte. Heute ist der Melatenfriedhof nicht nur für die Toten da, sondern beherbergt u.a. auch grüne Papageie, die in den 60ern aus dem Zoo entflogen sind und sich hier breit gemacht haben. Unterschiedliche Flora und Fauna, mitten in der Stadt gelegen, viele spannenden Geschichten, schattenspendendes Grün und absolute Ruhe – all das macht den Melatenfriedhof zu einem sehenswerten Ort. Wer mehr zum Melatenfriedhof erfahren will, dem empfehlen wir eine Führung.

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© Christin Otto Ländliches Idyll und Minigolf auf der Groov

Die Reise nach Porz-Zündorf lohnt sich gleich aus mehreren Gründen. Zum einen, weil allein die Überfahrt mit der Krokodil-Fähre von Weiss nach Zündorf ein kleines Highlight ist. Zum anderen, weil sich hier viele jahrhundertealte Bäume, wunderschöne Rheinstrände und alte Fachwerkhäuser befinden. Auch für Entertainment ist gesorgt: In der Minigolfanlage Groov spielt ihr auf kreativ gestalteten Bahnen, was jede Menge Action verspricht. Außerdem kann man am Marktplatz super Kaffee trinken oder eine Portion Pommes verdrücken. Wenn sich der Tag dann dem Ende neigt, könnt ihr euch ein lauschiges Plätzchen suchen und die Abendsonne an der Groov oder direkt am Rhein genießen.

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© Christin Otto Türkisene Aussichten an der Maybachstraße

Seit 2014 erstrahlt die Unterführung an der Maybachstraße in der Nacht in Türkis – den „Lichtpassagen“ sei Dank. Das Konzept soll die City für Besucher und Bewohner attraktiver und vor allem sicherer machen. Die insgesamt 156 Strahler sind ganze 1600 Stunden im Jahr in Betrieb. Die Farbe soll das grün bzw. türkis der verschiedenen Kölner Brücken widerspiegeln. Die Schmuddelecke wurde aufgepimpt und die Mission ist geglückt.

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© NeuLand Urban Gardening im Neuland

In einer Großstadt hat man selten einen eigenen Garten und die Möglichkeit, Kräuter und Gemüse anzupflanzen. Schrebergärten sind so begehrt, dass die meisten nicht einmal eine Chance auf ein Plätzchen im Grünen haben. Doch es gibt das Neuland am Rande der Südstadt. Dort könnt ihr mit vielen anderen Hobby-Gärtner*innen euren grünen Daumen unter Beweis stellen. Jede*r kann kostenlos mitmachen und man wird als Laie von Expert*innen unterstützt. Ziel ist es, die Gemeinschaft zu stärken und die Vorzüge von selbst angebautem Gemüse kennenzulernen.

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© Christin Otto Die Kunsträume in der Ebertplatzpassage

Nachdem der Ebertplatz als Angstraum für Schlagzeilen gesorgt hat, setzen sich immer mehr Kölner dafür ein, den Platz wieder zu einem Ort zu machen, um den man keinen weiten Bogen machen muss. Die vier Kunsträume "Bruch & Dallas", "GOLD + BETON", "LABOR" und "Tiefgarage" in der Ebertplatzpassage tragen dazu schon lange ihren Teil bei. In regelmäßigen Abständen veranstalten sie Ausstellungen, Performances und Aktionen. Mehrmals im Jahr finden Kooperationen mit Kunstfestivals aus der Stadt statt.

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© Christin Otto Guinnes und Jazz im Metronom

Für alle, die das Wochenende am liebsten bei einem Drink ausklingen lassen, könnte ein abendlicher Besuch im Metronom genau das Richtige sein. Kölns legendäre Jazz-Pinte ist klein, gutbesucht und dementsprechend eigentlich immer kuschelig warm. Schon seit über 40 Jahren gibt es die urige Kneipe, was auch die Tapeten vermuten lassen, denn die sind nikotinbraun – das Metronom schreibt eben Geschichte. Geraucht wird hier heute selbstverständlich nicht mehr. Neben dem obligatorischem Kölsch hat das Metronom auch Guinnes und Whisky im Angebot. Dazu könnt ihr hier den leckeren Nussmix für zwei Euro zum Knabbern bestellen und Jazz-Musik aus der umfangreichen Vinyl-Sammlung lauschen, die vom Barpersonal nebenbei ganz locker und flockig über den Plattenteller gejagt wird.

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© Christin Otto Hausgemachte Pralinen im Café Wahlen

Eine echte Institution, die schon seit Jahrzehnten zur Kölner Café-Landschaft gehört und sich den Charme vergangener Zeiten beibehalten hat, ist das Café Wahlen. Weiße Tischdecken, Stühle mit rotem Samtbezug, Kronleuchter und Blümchentapete machen bis heute den einzigartigen Flair dieses Cafés aus. Hausgemachte Pralinen, Torten und Baumkuchen gehören zur Spezialität des Hauses am Ring, das bereits 1911 von Josef Wahlen gegründet wurde. Ergänzt wird die Auswahl durch feine Eclaires, Petit Fours, Nougat-Ringe und gefüllte Schokoladenballen.

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© Christin Otto Currywurst und Rheinblick an der Wurstbraterei

Kölns wahrscheinlich legendärste Currywurst-Bude ist die Wurstbraterei am Rhein. Berühmt ist der Imbiss durch den Kölner Tatort geworden – denn wenn die Komissare Ballauf und Schenk ihren Fall gelöst haben, belohnen sie sich hier gerne mit einer Portion Pommes. Wer sich schon mal gefragt hat, warum im Tatort eigentlich immer der Dom im Hintergrund zu sehen ist, obwohl die Wurstbraterei eigentlich im Rheinauhafen steht: Der Imbiss wird eigens für die Dreharbeiten tatsächlich auf die andere Rheinseite gekarrt – des Panoramas wegen. Auch wenn ihr ohne Filmcrew im Gepäck also keinen Domblick habt, so ist ein abendlicher Abstecher zur Wurstbraterei im Rheinauhafen definitiv eine filmreife Idee, um den Tag ausklingen zulassen und nach einer Portion Pommes Schranke den Sonnenuntergang zu genießen.