11 richtig kölsche Kneipen, die ihr kennen solltet

“Jommer en andere Kaschämm! Schämm” lautet eine Zeile des promillefreundlichen Schlagers von den Höhnern. Der kölsche Begriff “Kaschämm” heißt korrekt übersetzt Spelunke, wird in Köln aber dafür genutzt, um eine kölsche Kneipe zu bezeichnen. Wer die Seele Kölns ergründen will, muss eine der vielen Veedelskneipen unbedingt von innen gesehen haben. Doch was macht eine richtig “kölsche” Kneipe eigentlich so aus? Wir haben für euch 11 Kaschämm rausgesucht, die das Kölner Lebensgefühl am besten verkörpern.

1

© Durst Blues und Lebensweisheiten im Durst

Es riecht nach Bier und kaltem Rauch, aus den Boxen erklingt Blues. Die Einrichtung ist schlicht gehalten, ein Kicker, Stehtische, das war’s. Auf der großen Tafel neben der Theke stehen abwechselnd Lebensweisheiten und hinter der Theke meistens Barkeeper und Schauspieler Jürgen Reinecke. Im Sommer 2017 spielte Reinecke im Stück “Die Legende des heiligen Trinkers” mit, welches im Rahmen des Sommerblut-Festivals im Durst aufgeführt wurde. Das leicht heruntergekommene Aussehen dieser Kneipe gibt ihr den zwanglosen Touch, der den Durst in der Künstler-Szene so beliebt macht.

2

© Zum Knobelbecher Ein "Krönchen" im Knobelbecher geht immer

Der Name ist beim Knobelbecher Programm. Naja, fast. Denn eigentlich ist der Knobelbecher vor allem für seine gute Seele Uschi und seine Kegelbahn bekannt. Das typische Eckkneipen-Aussehen mag den Eindruck erwecken, dass hier nur die Generation unserer Großeltern hingehen würde. Allerdings führt die schnittige Lage des Knobelbechers mitten im belgischen Viertel dazu, dass vom Startup-Gründer bis zum Beamten im Ruhestand eigentlich fast alles anzutreffen ist. Motto: Ein “Krönchen” (Mariacron) im Knobelbecher geht immer.

3

© Nada Assaad Typischer Eckkneipen-Charme in der Lindenklause

Die Lindenklause besticht ähnlich wie der Knobelbecher mit typischem Eckkneipen-Charme. Wer in die Lindenklause geht, kann sich auf einen netten Plausch mit Barkeeperin Lore freuen. Piccolo-Lore, so wie ihr Spitzname im Miljö lautete, war bereits Star des Films “Chicago am Rhein” und hat einige Geschichten von früher auf Lager. Kölsch und eine kostenlose Geschichtsstunde über Köln - das gibt’s bei Lore in der Lindenklause.

4

© Nada Assaad Flimm und Kölsch en Masse in der Barbarossaschänke

In der Barabrossa-Schänke werden kölsche Traditionen gepflegt. Hier gibt’s Flimm und Kölsch en Masse, es sei denn der Besucher legt den Bierdeckel auf das leere Kölschglas. Das markiert das stille Abkommen zwischen Barkeeper und Gast, dass man nichts mehr trinken möchte. In der Barbarossa-Schänke gilt: Wer hier herkommt, muss den Eckkneipen-Jargon draufhaben.

5

© Nada Assaad Bürgerliche Küche und Kegelbahn im Kleinen Finanzamt

Anders als die Behörde, die uns in regelmäßigen Abständen den Schweiß auf die Stirn treibt, ist das Kleine Finanzamt ein Hort der Geselligkeit. Hier kann man Kölsch trinken, kegeln und sogar essen. Das kleine Lokal in der Nähe des Barbarossaplatztes beschreibt sich als “Kölsche Kultkneipe mit Bürgerlicher Küche und Kegelbahn” und hat sich damit zurecht einen Platz in unserer Liste verdient.

6

© Trierer Eck Kölsche Kost auf der Terrasse vom Trierer Eck

Das Trierer Eck bezaubert mit einer gemütlichen Außengastronomie im Landhaus-Stil, die gerade jetzt im Sommer zum Verweilen einlädt. Wenn man spontan Hunger bekommt, kann man zwischen Klassikern wie Currywurst oder dem typisch kölschen Halven Hahn wählen. Die Gaststätte hat eine beachtliche Fanbase und durfte schon Fernsehmoderatorin Dunja Hayali als Gast begrüßen.

7

© Christin Otto Päffgen und Kotelett mit Schmorzwiebeln im Lommerzheim

Einen Schönheitspreis gewinnt das "Lommi" mit seinem rustikalen Aussehen zwar nicht, trotzdem ist es die Mutter aller Kölscher Kaschämm. Über das Lommerzheim gibt es Lieder, einen Wikipedia-Eintrag und die Straße gegenüber des Lokals heißt "Hans-Lommerzheim-Straße". Mehr Kult geht nicht. Zu verdanken ist all das sicherlich dem ehemaligen Besitzer Hans Lommerzheim, der die Gaststätte zusammen mit seiner Ehefrau Annemie Lommerzheim über 40 Jahre lang führte. Mit seiner urigen Art begeisterte er Stammkunden und Touristen ein halbes Jahrhundert, bis er im Jahre 2005 verstarb. Kult ist das "Lommi" aber noch immer. Wer hier essen und trinken möchte, muss früh da sein – denn meistens bildet sich schon nachmittags eine Schlange. Was man hier isst? Na das berühmte Kotelett mit Schmorzwiebeln natürlich! Dazu gibt es süffiges Päffgen – bei schönem Wetter auch im Biergarten.

8

© foursquare Kegeln, FC und Herrengedeck im Zum goldenen Kegel

Das Wörtchen “Zum” verrät es bereits: Wir haben es hier mit einer Koryphäe unter den kölschen Pinten zu tun. Zum goldenen Kegel ist nicht nur die Heimat einer der beliebtesten Kegelbahnen in Köln. Regelmäßig treffen sich hier FC-Köln-Fans, um zusammen in gemütlicher Atmosphäre Fußball zu schauen. Mindestens ein Herrengedeck trinken gehört zur inoffiziellen Hausordnung.

9

© Malte Böttges Fußball, Kickern und Mexikölner in der Kölschbar

Die Kölschbar ist eine Mischung aus Eckkneipe und Bar. Ihre sympathischen Besitzer, Malte Böttges und Dennis Busch, saßen einst selbst als Stammgäste an der Theke. Als ihrer Stammkneipe vor einigen Jahren das Aus drohte, übernahmen sie spontan das Ruder. Seitdem ist die KB, wie sie kurz von Stammgästen genannt wird, nicht mehr aus der Kneipenszene in Köln wegzudenken. In der Kölschbar kann man Dortmundspiele verfolgen, bei Welt- und Europameisterschaften mitfiebern, den Mexikölner – die hauseigene Variante des Mexikaners – probieren, Kölsch oder Gin Tonic trinken oder einfach ein bisschen kickern.

10

© Nada Assaad Auf einen Absacker im Schlösselche

Für Sülz geht das “Schlösselche” ins Rennen. Das kleine Lokal auf der Sülzburgstraße genießt den Ruf die “Heimat von Sülz” zu sein. Wer den Lieblingsort der Sülzer in einem stylischen Café vermutet, liegt also falsch. Die Einrichtung des Schlösselche ist schlicht und die Getränkekarte auch. Das macht aber nichts, denn der Großteil der Gäste kommt genau deswegen hier her. Im Schlösselche kann man einen ruhigen Abend genießen oder einen letzten Absacker trinken, bevor man nach Hause geht.

 

11

© Nada Assaad Kölsche Tradition im Alt Neppes

Das “Alt Neppes” liegt, wie der Name schon verrät, in Nippes. Wer diese Eckkneipe betritt, merkt schnell, dass man hier Wert auf Tradition legt. Die Einrichtung ist bis auf die Fenster der Original-Bestand aus der Gründungszeit der Kneipe. Im Alt Neppes gibt es alles, was das kölsche Herz begehrt, inklusive einer kleinen Außengastronomie. Wer durch Nippes flaniert, sollte unbedingt mal hier reinschauen.

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