11 Theaterstücke, die ihr diesen Winter nicht verpassen solltet

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Ihr habt mittlerweile alle Serien und Weihnachtsfilme durch? Macht nichts – wie wäre es denn mal wieder mit einer Live-Inszenierung? Dagegen können Netflix oder das gute alte Kino meist nicht ankommen. Wir haben uns für euch durch die Programme gewühlt, um euch 11 sehenswerte Produktionen für den kalten Winter vorzustellen. Mit dabei sind Klassiker und Inszenierungen, von denen ihr sicher noch nie gehört habt. Also, sichert euch besser Karten und schaut vorbei.

1. "Draußen vor der Tür" im Schauspiel Köln

© Ana Lukenda

"Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert handelt von Beckmann – nach Krieg, Gefangenschaft und Tod in den Knochen kehrt er zurück zu seiner Frau, doch die hat einen Liebhaber. Hinzukommt, dass sich seine Eltern das Leben genommen haben. Beckmann ist hungrig und müde. Die Elbe will ihn noch nicht sterben lassen, und so wandert er durch seine alte Heimatstadt. Die Menschen um ihn herum haben die Vergangenheit schon hinter sich gelassen, doch Beckmann lassen die Erinnerungen nicht los. Er trifft auf einen Oberst, der ihm im Krieg zu viel abverlangt hatte, auf ein Mädchen, das ihn lebendig halten will, auf den Anderen, den jeder kennt und schließlich auf Gott und seinen guten Bekannten, den Tod. Traumwandelnd sucht Beckmann nach einem Sinn im Leben, nach Antworten und nach einem Grund, weiterzuleben.

Schauspiel Köln | Offenbachplatz, 50667 Köln | 26.12.2018, 5.1., 9.1. und 10.1.2019 | Mehr Info

2. "Zeitlupe" im Klüngelpütz Theater

© Klüngelpütz Kabarett-Theater

"Zeitlupe" – das ist der Jahresrückblick auf das Jahr 2018, ein Überblick über die Ereignisse, deren Fluss einem so oft so rasend schnell erscheint. Die talentierte Marina Barth sucht sich die Ereignisse heraus, die ihr persönlich bemerkenswert erscheinen. Da  gibt es sehr kleine, von der Öffentlichkeit kaum bemerkte Vorgänge und weltpolitisch relevante – allesamt sind natürlich mit einem neuen, sehr persönlichen  Blickwinkel versehen. Da gibt es Ereignisse, die man so ganz  anders in Erinnerung behalten hat, als die nackten Fakten es hinterher belegen und solche, die man längst vergessen hat. Mit Hilfe von Fotos, kleine Filmchen und Musik, die 2018 eine Rolle gespielt haben, lässt Marina Barth das Jahr Revue passieren.

Klüngelpütz Kabarett-Theater | Gertrudenstr. 24, 50667 Köln | Premiere am 29.12.2018, außerdem: 31.12.2018, 5.1., 6.1. und 11.1.2019 | Mehr Info

3. "Quartett" im Freien Werkstatt Theater

QUARTETT Von Heiner Müller Mit Alexandra Lowygina und Carl Bruchhäuser | Inszenierung Catherine Umbdenstock | Kostüme Heike Engelbert Premiere 5. September 2018 Freies Werkstatt Theater Zugweg 10, 50677 Köln

In Heiner Müllers Bearbeitung des Sittenromans „Gefährliche Liebschaften“ erwartet die Marquise de Merteuil ihren Ex-Liebhaber. Das körperliche Begehren ihrer einstigen Affäre ist schon lange erloschen. Ihre Lust entlädt sich nun in einem zynischen Machtspiel, in dem Sexualität und Sprache zur Waffe werden. Im beständigen Rollenwechsel eskaliert das Spiel der Geschlechter und immer schmerzhafter dreht sich die Spirale von Verlangen und Schmerz, Liebe und Gewalt.  Müller hat mit „Quartett" ein radikales Endspiel der Liebe geschaffen. Regisseurin Catherine Umbdenstock inszeniert das Stück am Freien Werkstatt Theater und schafft mit nur zwei Schauspielern einen Zugriff, der gelingt.

Freies Werkstatt Theater | Zugweg 10, 50677 Köln | 29.12, 30.12.2018, 30.1. und 31.1.2019 | Mehr Info

4. "Terror" im Theater der Keller

© MEYER ORIGINALS

Was geschieht, wenn ein Passagierflugzeug von Terroristen entführt wird und auf ein ausverkauftes Fußballstadion zurast? Was geschieht, wenn der Terror unseren Alltag beherrscht? Welche juristischen, moralischen und philosophischen Mittel hat unsere Gesellschaft in solch einer Ausnahmesituation? Wer entscheidet auf welcher Grundlage über Leben und Tod? Darf Leben gegen Leben, gleich in welcher Zahl, abgewogen werden? Welche Gründe kann es geben, um ein Unheil durch ein anderes, vermeintlich kleineres Unheil abzuwehren? 
Die Zuschauer/innen stimmen in der Pause über das Urteil ab und bestimmen so den Ausgang des Falles und des Stücks.
 Bereits zum 100. Mal wird "Terror" von Ferdinand von Schirach aufgeführt. Zusätzlich ist Schauspielerin Susanne Seuffert für den Darstellerpreis 2018 nominiert.

Theater der Keller | Kleingedankstraße 6, 50677 Köln | 30.12., 11.1. und 24.1.2019 | <a href="https://www.theater-der-keller.de/index.php/terror.html">Mehr Infos</a>

5. "Trude Herr" im Theater im Bauturm

© Theater im Bauturm

Trude Herr – zunächst als kritische Büttenrednerin im Nachkriegskarneval gefeiert, kam sie schon bald nur noch schwer vom Stereotyp der korpulenten Ulknudel los. In ihrem Theater im Vringsveedel war sie von 1977 bis 1986 als Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Kostümbildnerin, Requisiteurin und Managerin tätig. Trude Herrs Verhältnis zu ihrer Heimatstadt blieb ambivalent: Immer wieder drehte sie Köln den Rücken, um ambitionierte Filmprojekte in der Sahara zu realisieren oder auf die Fidschi-Inseln auszuwandern – gleichzeitig sang sie aber auch in ihrem Lied "Niemals geht man so ganz"  von ihrer Liebe zu Köln.

Theater im Bautum | Aachener Str. 24-26, 50674 Köln | 30.12.2018, 23.–25.1., 4.2. und 5.2.2019 | Mehr Info

6. "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" im Theater der Keller

© MEYER_ORIGINALS

Der erfolgreiche Schauspieler und Schriftsteller Joachim Meyerhoff erzählt in seinem dritten Roman "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" autobiografisch von der Tragikomödie menschlicher Existenz. Nun könnt ihr das Stück im Theater der Keller in der Südstadt sehen. Gerade zwanzig geworden, zieht der Erzähler bei den Großeltern in Nymphenburg ein: Jeder Tagesabschnitt verläuft gleich und wird von Unmengen Alkohol begleitet – ein disziplinierter Kampf gegen die Leere des Daseins.

Theater der Keller | Kleingedankstraße 6, 50677 Köln | 31.12.2018, 9.1., 16.1., 20.1 und 26.1. | Mehr Info

7. "Schlachtplatte" in der Comedia

© Comedia

Der Kölner Kabarettist Robert Griess lädt jedes Jahr aufs Neue vier Kabarett-Kollegen ein, um als Ensemble mit dem abgelaufenen Jahr abzurechnen – mit all dem Wahn- und Schwachsinn des Jahres 2018: Von Trumps Twitterpräsidentschaft bis zur neuen Bundesregierung, von Exportrekord bis Pflegenotstand, von Syrien bis Sachsen. Bereits seit über 10 Jahren gibt Robert Griess die Schlachtplatte in jährlich wechselnder Besetzung zum Besten. Mit Witz, Wissen und satirischen Chansons wird das "Kabarettistische Quartett“ der deutschen Kleinkunst-Szene erneut das Publikum begeistern.

Comedia Theater | Vondelstraße 4-8, 50677 Köln | 4.1. und 5.1.2019 | Mehr Info

8. "Der letzte Puff" in der Comedia

© Comedia

In dem Abschlussprojekt "Der letzte Puff" geht es um zwei Brüder, die nicht unterschiedlicher sein können. Die beiden erben von ihrer verstorbenen Mutter ein kleines Hotel in einem abgelegenen Eifeldorf. Aber was sich als gediegene Idylle tarnt, entpuppt sich als sündhaftes Nest der Fleischeslust. In einem Wettkampf gegen die Zeit versuchen sie den letzten Willen ihrer Mutter zu erfüllen und begegnen dabei den schrägsten Figuren: ausgekochten Angestellten, arbeitslosen Prostituierten, einem lüsternen Pfarrer, einer raffinierten Bürgermeisterin und einer rachsüchtigen Landrätin.

Comedia Theater | Vondelstraße 4-8, 50677 Köln | 7.1. und 8.1.2019 | Mehr Info

9. "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" im Urania Theater

© Urania Theater | EP

Das Urania Theater in Ehrenfeld zeigt zu Beginn des neuen Jahres die Inszenierung "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran".  Vielen ist vermutlich das Buch oder sogar der Film bekannt. Regisseurin Bettina Montazem hat ein Theaterstück geschaffen, das voller Poesie und Kraft steckt und das einfühlsam die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem jugendlichen Pechvogel und einem älteren Mann erzählt. Es ist eine Freundschaft von zwei Männern, zwei Generationen und zwei Religionen, von Annäherung und Versöhnung. Eine Geschichte, die Halt, Orientierung und Hoffnung gibt.

Urania Theater | Platenstraße 32, 50825 Köln | 10.1.2019 | Mehr Info

10. "Kinder der Nacht" im Schauspiel Köln

© Schauspiel Köln

"Kinder der Nacht" nach dem Roman "Les entfants terribles" von Jean Cocteau wird im Januar nach einer Bühnenfassung von Helene Hegemann am Schauspiel Köln aufgeführt. Die Handlung: Ein Schneeball trifft Paul hart auf der Brust – ab diesem Zeitpunkt ist er ans Bett gefesselt. Das Zimmer in der Wohnung der verstorbenen Mutter, das er sich mit seiner Schwester Elisabeth teilt, wird nun zum Zentrum seines Lebens. Hier liebt und streitet, verführt und verflucht sich das Geschwisterpaar. Sie sind sich selbst genug und doch immer auf der Suche. Vergessen von der Gesellschaft treiben ihre jugendlichen Träumereien sie immer tiefer in eine dunkle Parallelwelt, in der eigene Gesetze herrschen. Ihr einziger Besucher ist Pauls Freund Gérard, bis auch Agathe in ihr Leben tritt.

Schauspiel Köln | Offenbachplatz, 50667 Köln | 26.1., 29.1. und 31.1.2019 | Mehr Info

11. "Anziehungskräfte" in der Orangerie – Theater im Volksgarten

© Lilian Szokody

Ein roter Teppich, eine fast leere Bühne, eine bemalte Wand und zwei Schauspieler, die die Zuschauer in die Kraft der Sprache hineinziehen. Das Stück  "Anziehungskräfte" setzt auf die Imaginationskraft und erzählt eine äußerst berührende Geschichte: 4000 km voneinander entfernt machen sich Şêrîn und Ferhad ohne einander zu kennen am selben Tag auf eine weite Reise: Sie, um dahin zurückzukehren, wo sie geboren ist – er, um dort Krieg und Zerstörung hinter sich zu lassen. In Istanbul kreuzen sich ihre Wege. Sie verlieben sich, aber sie lassen sich von ihren Zielen nicht abbringen.

Orangerie – Theater im Volksgarten | Volksgartenstraße 25, 50677 Köln | 14.–16.2.2019 | Mehr Infos

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