11 Traditionsgeschäfte, die ihr kennen solltet

Gefühlt eröffnet jede Woche ein neuer Laden in Köln. Manche bleiben, an anderen fährt man ein Jahr später vorbei und weiß schon gar nicht mehr, wie der Laden hieß, der hier vor Kurzem noch war. Und dann gibt es noch jene Geschäfte, die es gefühlt schon immer gibt – die Tradition, Geschichte und Fachwissen vereinen. Läden, die inzwischen Seltenheitswert haben und darum umso einzigartiger sind. Hier sind 11 Geschäfte, die es schon seit mehreren Jahrzehnten gibt:

© Christin Otto

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Adenauerbrot von der Bäckerei Balkhausen

Wer in Köln nach der besten Bäckerei der Stadt fragt, der bekommt von den meisten ein und dieselbe Antwort: Balkhausen an der Apostelnstraße. Wie beliebt der kleine Laden ist, zeigt sich an den Menschenschlangen, die sich dort regelmäßig bis auf die Straße hinaus bilden. Doch das Warten lohnt sich: Unzählige Brotsorten, süße Teilchen und leckere Kuchen gibt es hier. Das geschichtsträchtigste Brot ist das Adenauerbrot: Anfang des 20. Jahrhunderts, als Roggen- und Weizenmehl knapp waren, entwickelte Kölns stellvertretender Oberbürgermeister Konrad Adenauer das sogenannte "Kölner Brot" mit hohem Maisanteil. Bei Balkhausen gibt es das Adenauerbrot bis heute – natürlich etwas abgewandelt, weil es sonst wohl niemandem mehr so recht schmecken würde.

© Gummi-Grün

2
Alles im grünen Bereich bei Gummi-Grün

Seit 1884 gibt es Gummi-Grün, "das Gummi und Plastic Haus", in Köln. Franz Grün gab dem Kölner Traditionsgeschäft seinen Namen. Seit 2007 ist Gerhard Zilles Inhaber der Firma Gummi-Grün und setzt die Tradition " Gib Gummi " weiter fort. Hier geht beinahe alles über die Ladentheke, was sich aus Kautschuk herstellen lässt. Ob Gummistiefel, Badekappen, Matten, Dichtungen oder Schläuche – das Sortiment ist genauso vielfältig wie die Kund*innen selbst: Hier kaufen beispielsweise Einzelpersonen Wärmflaschen oder Gummistiefel oder aber große Handwerksbetriebe diverse Dichtungen ein. Gummi-Grün ist im Übrigen auch Gummi-Ausstatter für "Die Sendung mit der Maus".

© Nicola Dreksler

3
Es muss nicht immer Saturn sein: Habuzin

Auch für Elektrogeräte vom Fernseher über den Toaster bis hin zur Waschmaschine hat Köln eine gute Adresse: Habuzin – mitten im Belgischen Viertel ist der feine Elektroladen gelegen. Seit über 92 Jahren besteht das Unternehmen nun bereits. Neben einer Vielzahl von Stammkund*innen lernen auch immer mehr Firmenkunden Habuzin zu schätzen. Denn wie zu vermuten ist, zahlt sich langjährige Erfahrung eben aus. Hier erhält man noch kompetente und ausführliche Beratung durch Fachpersonal und muss nicht wie wild das Internet nach Erfahrungsberichten durchforsten. Und wer jetzt denkt, dass man seine Ware nur selbst abholen muss, hat sich getäuscht: Die Lieferung ist im Umkreis von 20 Kilometer möglich.

© Käsehaus Wingenfeld

4
Spezialitäten aus dem Käsehaus Wingenfeld

Das Käsehaus Wingenfeld an der Ehrenstraße ist das älteste Käse-Spezialitätengeschäft Kölns und  somit eine echte Institution. Das Traditionsunternehmen wurde bereits 1896 gegründet und lockt Käse-Fans mit Schaufenster voller Leckereien. Dennoch lässt sich von draußen kaum erahnen, dass es hier tatsächlich über 300 verschiedene Käsesorten aus verschiedenen Ecken Europas geben soll. Besonders Fans von Schweizer Käse und französischen Ziegenkäse können aus dem Vollen schöpfen. Auch für eine käselastige Party seid ihr hier an der richtigen Adresse, denn im Käsehaus Wingenfeld könnt ihr nicht nur einen Fondue-Topf oder Raclettegrill ausleihen, sondern natürlich auch die passende Käsemischung kaufen. Wer noch mehr über Käse erfahren möchte, der sollte ein Käse-Seminar buchen und sich quer durch die Produktpalette probieren.

© Schamong

5
Zu Gast in Kölns ältester Rösterei bei Schamong Kaffee

Schamong – das ist Kölns älteste Kaffeerösterei. Der Familienbetrieb röstet in Ehrenfeld bereits seit 1949 Bohnen. Tradition wird hier bis heute groß geschrieben. Da passt es, dass sich in der Rösterei zumindest optisch wenig verändert hat. In Sachen Röstungen geht aber auch Schamong mit der Zeit – und bietet neben den klassisch italienisch-dunkel gerösteten Bohnen nun auch hellere an. Außerdem gibt es jeweils einen Kaffee der Woche. Langweilig wird es so jedenfalls nie. Auch, weil es zu Cappuccino & Co. kleine Naschereien wie Pasteis de Nata (solange der Vorrat reicht) gibt.

© Christin Otto

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Wie Besatzer dem 4711 Dufthaus seinen Namen gaben

Das 4711-Dufthaus in unmittelbarer Nähe zur Kölner Oper gehört zu den traditionsreichsten Gebäuden Kölns. Schon seit Jahrhunderten wird hier das berühmte "Kölnisch Wasser"– auch als 4711 bekannt – verkauft. Die berühmte Zahl hat das Eau de Cologne der Legende nach übrigens den Franzosen zu verdanken: Um dem Durcheinander von Straßennamen ein Ende zu setzen und das Einquartieren der Truppen zu erleichtern, ordnete ein Kommandant im Jahr 1794 die fortlaufende Nummerierung aller Häuser an. Das Stammhaus an der Glockengasse erhielt die Hausnummer 4711 – und so wurde später dann auch das Kölnisch Wasser getauft.

© Augendübler

7
Individuelle Beratung bei Augendübler

Wenn es um das perfekte Sehen geht, ist Augendübler an der Breite Straße inmitten der Innenstadt die Top-Adresse in Köln. Das Familienunternehmen besteht bereits seit 1832 und gehört zu den ältesten augenoptischen Fachgeschäften in Köln und der Umgebung. Augendübler steht für höchste Kundenzufriedenheit, Service und Qualität, weil Tradition verpflichtet. Mit modernster Technik wird das perfekte Sehprofil erstellt, die Beratung erfolgt zielsicher und kompetent und in der hauseigenen Werkstatt wird das Brillenglas anschließend fertig gestellt.

© stux | pixabay

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Stöbern bei Filz Gnoss

Bereits im Jahr 1925 eröffneten die Geschwister Gnoss ihr Ladenlokal mitten im Herzen von Köln. Sowohl damals als auch heute gehört Filz Gnoss zu den Top-Adressen, wenn es um Filz geht – eben weil der Fachladen immer ein Familienbetrieb blieb und die Liebe zum Detail bis heute nicht verloren ging. Ob Wohnasccessoires, Hausschuhe, Sitzkissen, Weinkühler oder Hüllen für Handy und Laptop – Filz ist und bleibt ein wichtiger Stoff, der wahnsinnig vielfältig eingesetzt werden kann. Neben der großen Auswahl an Filzwaren und dem umfangreichen Kundenservice punktet Filz Gnoss vor allem mit dem Charme eines Familienunternehmens.

© Shelley Pauls | Unsplash

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Im Trockenen bleiben dank Schirm Bursch

Während viele Immobilien in der Innenstadt permanent die Mieter*innen wechseln, hält "Schirm Bursch" an der Breite Straße nun schon seit mehreren Jahrzehnten die Stellung. 1946 eröffnete Albert Richard Bursch das Schirmfachgeschäft in Köln. Seither fertigt, restauriert und baut das Fachgeschäft jeden Schirm auf Kundenwunsch nach. Natürlich handgefertigt und aus Eigenproduktion.

© Alexas_Fotos | pixabay

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Im Eisenhimmel bei Schrauben Hülden

Über 18.000 ver­schiedene Schrau­ben hält Schrauben Hülden permanent auf Lager – weit über 50.000 sind lieferbar. Schon 1888 hat August Hülden, der Großonkel des heutigen Geschäfts­führers, die Firma als kleines Eisen­waren­geschäft am Perlen­graben gegründet. Er baute sich recht schnell ein gut sortiertes Schrauben­lager auf, um vor allem Handwerker*innen und kleine Werkstätten zu versorgen. Heute hat sich das Familienunternehmen Schrauben Hülden auf rund 1200 Quadratmetern an der Weißhausstraße niedergelassen. Über 60 Mitarbeiter*innen stehen euch für fach­kundige Beratung und Problem­lösungen zur Ver­fügung.

© gate74 | pixabay

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Natur-Metzgerei Hennes: Fleisch ohne schlechtes Gewissen kaufen

Seit mehr als 100 Jahren gibt es die Kölner Natur-Metzgerei Hennes in Köln. Seit 1936 befindet sich sich im sogenannten Vringsveedel in der Südstadt. Die Metzgerei zeichnet sich vor allem durch ihre Philosophie zu Frische und wertvollen Lebensmitteln aus. Das Naturfleisch wird artgerecht und regional beim Naturverbund Niederrhein bezogen – frei von Antibiotika, Hormonen und Gentechnik. Daraus entsteht ein herrlich marmoriertes Fleisch – von glücklichen Tieren – mit vollem Geschmack. Ob der beliebte Omaschinken, die Mettwurst oder Bratwurst – hier schmeckt man die Qualität und die ist definitiv ihren Preis wert.

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