Einmal im Jahr ist Karneval schon geil

Ich kann verstehen, dass der Karneval, besonders für Immis, auf den ersten Blick suspekt erscheint. Tausende betrunkene, verkleidete Menschen, die überteuertes Bier in viel zu vollen Kneipen oder an zu überlaufenen Plätzen trinken. Dabei singen sie lauthals Lieder, an die sie das restliche Jahr wohl nicht einen einzigen Gedanken dran verschwenden würden.

Doch der Karneval in Köln lebt von seiner Einmaligkeit im Jahr. Man kümmert sich nicht darum cool oder hip zu sein. Einmal im Jahr taucht man in die Masse ein und ist einer von vielen. Man tut das, was alle tun. Sich verkleiden, feiern und sich einfach fünf Tage lang keine Gedanken machen. Das ist das, was den Karneval so ausmacht.

Du wolltest schon immer mal eine Disney-Prinzessin sein? Kein Problem.

Karneval gibt jedem die Chance frei zu sein. Sei es sich in etwas zu verwandeln, was man schon immer mal sein wollte. Für ein Medizinstudium hat es nicht gereicht? Kein Problem, Kittel und Stethoskop kosten nicht viel. Keiner wird nach dem Fachgebiet oder Numerus Clausus fragen. Insgeheim fühlt man sich wie eine Disney-Prinzessin? Rote Perücke und Muschelbikini an und vielleicht lernt man noch den passenden Prinzen kennen.

Und da wir gerade schon bei Disney sind und so abgedroschen es auf den ersten Blick auch klingen mag – der Karneval gibt einem die Möglichkeit, frei nach dem Bären Balu aus dem Dschungelbuch, die Möglichkeit seine Sorgen einfach über Bord zu werfen.

Karneval ist mehr, als nur betrunken auf der Zülpicher zu stehen.

Und wer einmal mit fremden Menschen gemeinsam an der Theke stand und lauthals „En unsrem Veedel“ von den Bläck Föös gesungen hat, weiß, dass Karneval feiern mehr ist, als nur betrunken auf der Zülpicher zu stehen.

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