Mein Lieblingsort in Köln #2: Das Café Storch

© Christin Otto

Wir empfehlen jeden Tag jede Menge toller Locations, ausgesucht von uns und unseren Autoren. Und trotzdem hat jeder von uns dieses eine immer gleiche Café, in dem er schon seit Jahren draußen seinen Cappuccino trinkt, diese eine Stelle am Rhein, an die er immer wieder fährt und von der er einfach nicht genug bekommt oder diese eine Ecke der Stadt, die sein Herz immer wieder höher schlagen lässt. Hier kommen unsere ganz persönlichen Lieblingsorte in Köln.

Einfach eine entspannte Atmosphäre – Alltagsstress adé. Als ehemaliges Dorfkind in einer großen Stadt suchte und suche ich immernoch nach Plätzen, an denen ich abschalten kann. Nicht nur für mich allein, sondern auch gerade, wenn ich mich mal mit Freunden verabrede und der Isolation meiner Einzimmerwohnung entfliehen möchte.

Und genau diese belebte Ruhe verkörpert das Café Storch für mich ziemlich gut. Das ist allerdings nicht der einzige Grund, aus dem ich die Cafébar im Belgischen Viertel zu einem meiner Lieblingsorte in Köln zähle. Durch die mittlerweile zahlreichen Besuche habe ich doch noch die ein oder andere Kleinigkeit entdeckt, die auf den Punkt bringt, warum ich bei der Frage nach der gemeinsamen Abendplanung doch immer wieder diesen Ort vorschlage.

© Yvonne Zißle
© Yvonne Zißle

Mitten auf der belebten Aachener Straße in der Nähe des Rudolfplatzes müsste die kleine Cafébar eigentlich immer überlaufen sein. Ist sie aber nicht. Ja, auch an einem Freitagabend kann es hier mal voll werden – allerdings habe ich in der Vergangenheit meist doch noch einen freien Platz ergattern können. Das liegt wahrscheinlich am schlichten Äußeren der Bar, das auch lange Zeit der Grund dafür war, dass auch ich einfach nur dran vorbeilief. Ohne auffallende Schilder, nur mit dem Namen auf der Glasfassade – ganz ohne Schnickschnack eben. Gefällt mir!

Unverputzte Wände, Bilder, ein riesiger Spiegel und zusammengewürfelte Deko – alles wirkt wie vom Flohmarkt und trotzdem stimmig.

Mein erster Besuch war dann tatsächlich einem abendlichen Kioskbier mit einer Freundin geschuldet – tiefgründige Gespräche inklusive. Als wir zu zweit über die Aachener Straße schlenderten und über Gott und die Welt philosophierten, fiel mir das Café Storch nach über einem Jahr in Köln das erste Mal auf.

Nach drinnen gelockt hatten uns an diesem Abend ein Mix aus Kälte, gedimmter Beleuchtung und der Anblick der großen Tropfkerzen auf jedem Tisch. Von innen ist die Cafébar ein kleines bisschen aufregender als von außen. Unverputzte Wände, Bilder, ein riesiger Spiegel und zusammengewürfelte Deko – alles wirkt wie vom Flohmarkt und trotzdem stimmig. Omas Wohnzimmer meets Antikschick sozusagen.

© Yvonne Zißle

Ein weiterer Grund, warum ich die Cafébar so gerne mag und der auch dazu geführt hat, dass mein erster Abend dort doch sehr lang wurde, ist das ganz spezielle Flair. Durch das gedimmte Kerzenlicht entsteht eine romantische Stimmung, die mir schon häufiger den Anlass gegeben hat, lang aufgeschobene Liebeserklärungen auszusprechen. Vielleicht nicht gerade beim ersten Date, allerdings habe auch ich die Atmosphäre für Zuneigungsbekundungen unterschiedlichster Art genutzt.

Ob Partner oder die besten Freunde, das ein oder andere Gläschen Wein hilft wahrscheinlich nicht nur mir bei der abendlichen Gefühlsduselei. Eine besondere Liebeserklärung im Café Storch steht allerdings noch aus – die Liebe zu mir selbst. Immer wieder fallen mir in der Bar Menschen mit einem guten Buch oder der Zeitung von heute auf. Dann vielleicht mein übliches Gläschen Rotwein einfach mal gegen leckeren Tee tauschen und zwischen einzelnen Kapiteln die vorbeiziehenden Menschen auf dem Bürgersteig beobachten. Mein erster Besuch allein wird also definitiv nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Café Storch | Aachener Str. 17, 50674 Köln | Montag – Donnerstag: 18–1 Uhr, Freitag – Samstag: 16–2 Uhr | Mehr

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