NeoBiota: Deluxe Frühstück meets Fine Dining

© Sophia Schillik

Frühstücken wie ein Kaiser, gilt diese Faustformel in Zeiten von Low Carb, 16:9 und Clean Eating eigentlich noch immer? Oder beißt man nach der Early Bird-Yogastunde besser in sein gluten- und zuckerfreies, mit Mandelmus bestrichenes, ultra-healthy-vegan Chia-Flohsamenschalen-Brot? Kann man natürlich machen. Könnte man aber auch sein lassen. Und stattdessen in Kölns neuestem Hotspot der guten alten Ernährungsphilosophie alle Ehre machen.

Bei Erik Scheffler und Sonja Baumann im NeoBiota einmal die Frühstückskarte rauf und runter essen. Schlemmen! Den armen Jan zum Beispiel, ein kulinarisches Zwitterwesen aus dem guten alten armen Ritter und dem Kölschen Klassiker Himmel un Ääd. Oder eine WiesnSemmel, bei der sich zwei dicke Weißwürste in einem frisch gebackenen Laugenbrötchen nebst Spiegelei und Spitzkohlsalat selig aneinander schmiegen. Auch der Nahost-Dauerbrenner Shakshuka hinterlässt den anspruchsvollen Frühstücksfan glücklich und zufrieden. Mutige gönnen sich einen Aal Benedict – zwei von einer hausgemachten Hollandaise umhüllte pochierte Eier mit Spinat und Aal auf Röstbrot – und schieben eine dieser unwiderstehlichen, mit Kardamom verfeinerten und von Kaffeesahnecreme flankierten Zimtschnecken hinterher.

Nomen est … ok, wir erklären das kurz mal

Anders als bei Oma Kleinmann oder Falafel König tut sich hier vielleicht doch ein wenig Erklärungsbedarf auf – es sei denn, man ist seines Zeichens Hobby-Zoologe. Als NeoBiota bezeichnet man in der Tierkunde eine Art, die sich an einen neuen Lebensraum angepasst und sich im Laufe der Zeit schließlich durchgesetzt hat. Ähnlich ging es den beiden jungen Köchen. Mittlerweile fühlen sich die beiden Immis in ihrer Wahlheimat Köln allerdings pudelwohl. Da lag der Schritt zum Bau eines eigenen Habitats irgendwann nahe. Der ist tatsächlich ziemlich ansehnlich geraten: Alles wirkt wie aus einem Guss, das kleine Restaurant hat einen sehr kosmopolitischen, stylishen Anstrich bekommen. Selbst die Schürzen greifen die Farbgebung der maßangefertigten Tische auf. 


© Sophia Schillik

Das Schöne an diesem Konzept: Man kann sein kulinarisches Morgenritual so richtig auskosten und zelebrieren. Ab 10 Uhr sind die Pforten des kleinen Eckladens in der Ehrenstraße geöffnet, bis 15 Uhr wird hier ein 1 A à la minute zubereitetes À la carte-Frühstück serviert. Ziemlich lässige Sache, in dieser Art auch bisher einzigartig in Köln. Dazu gibt es Kaffeespezialitäten, einen frisch gepressten und zusammengestellten Saft des Tages, aber auch bubbles and booze: Ein Glas Sekt, ein Gläschen Wein oder einen Frühstückscocktail, damit der Start in den Tag ein bisschen Fahrt aufnimmt. Fast könnte man das ganze Brunch nennen, wenn es nur nicht so anders und besonders wäre. Überhaupt: Brunch, so das glasklare Statement von Erik Scheffler und Sonja Baumann und fetter Slogan auf der Karte des „Neo“, ist tot.

© Sophia Schillik
© Sophia Schillik

Löffel rein, glücklich sein

Stattdessen konzentriert sich das Duo auf die wesentlichen Dinge im (kulinarischen) Leben. Zum verlängerten Deluxe Frühstück kommt abends ein, lets say, raffiniert-kreativer Küchenstil hinzu. Dann wird aus dem „Neo“ das „Biota“. Selbe Location, selbes Team, anderes Line-Up. Und definitiv eines, für das man durchaus mal das ein oder andere Konzert sausen lassen könnte. Auch hier steht schließlich eine kleine Bühne. Wer an der Theke sitzt, kann Erik und Sonja beim Zaubern zusehen. Ab 19 Uhr kochen die beiden Spitzengastronomen, die zuletzt die Küche des Gut Lärchenhofs rockten, kreative Gerichte – irgendwo zwischen Casual Fine Dining und Wohlfühlgourmetküche zu verorten. Dann heißt es zurücklehnen und sich überraschen lassen: Das Biota ist als Menü-Restaurant mit all inklusive-Preisen konzipiert.

© Sophia Schillik

Unbedingt probieren: Die frisch gebackene Zimtschnecke mit weißer Kaffeesahne, das Shakshuka und den Aal Benedict.

Besonderheit des Ladens: 

Die Zweiteilung des Ladens. Neo (Frühstücksrestaurant) und Biota (Abendrestaurant) fungieren als eigenständige Restaurants mit ganz unterschiedlichem Konzept und auch unterschiedlicher Karte. 
Selbe Location, selbes Team, unterschiedliches Line-Up.

Mit wem gehst du hin: Zum Frühstücken mit guten Freunden, abends zum Fine Dining mit deinen Eltern oder deiner Liebsten, wenn es mal so richtig was zu feiern gibt.

Preise: Frühstücksgerichte zwischen 8 und 12 Euro. Du kannst auch drei Gerichte zu einem Frühstücksmenü für 25 Euro kombinieren. Abends ist es teurer: Das 4-Gang-Menü mit Wein- oder alkoholfreier Begleitung kostet 100 Euro, Wasserflatrate und Kaffee inklusive.

NeoBiota
 | Ehrenstraße 43c, 
50672 Köln | 

Öffnungszeiten: 
Dienstag – Samstag: 10–15 Uhr & 18.30–22 Uhr
, Sonntag & Montag sind Ruhetage | Mehr

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