Eingewecktes klassisch und neu interpretiert: "Aufgeweckt" an der Lindenstraße

Die meisten Kölner sind im Besitz eines sogenannten Kombi-Kühlschranks – die Rede ist von einem Kühlschrank mit einem kleinen Eisfach, in das nicht wirklich viel rein passt. Neben die obligatorische Tiefkühlpizza gesellen sich meist noch Eiswürfel und Tiefkühlbeeren, dann ist aber auch schon Schicht im Schacht. Auf Vorrat einkaufen ist da nicht wirklich drin – zumindest, wenn man auf Dosensuppen à la Erasco und Co. verzichten möchte.

Doch damit ist jetzt Schluss, denn ab sofort versorgt euch "Aufgeweckt" mit feinsten Speisen, die ihr weder kühlen noch einfrieren müsst. Ihr stellt sie einfach in euer Vorratsregal. Und haltbar ist das gute Essen trotzdem, denn "Aufgeweckt" hat sich auf die Konservierung von Lebensmitteln auf herkömmliche Art und Weise spezialisiert – und das ganz ohne Konservierungsstoffe oder sonstige Zusätze.

© Nicola Dreksler
© Nicola Dreksler
© Nicola Dreksler

Ziel ist es, Altbekanntes wiederzubeleben und gleichzeitig neue Geschmäcker zu kreieren. So findet man in den schönen Regalen eingeweckte Marmelade und Sauerkraut wie von Oma, aber auch Thymian-Lachs-Rillettes, Zitronen-Tajine und vegane Bratensoße. Schließlich wurden weltweit verschiedene Möglichkeiten entwickelt, Lebensmittel haltbar zu machen. Jede Kultur hat dafür ihren ganz eigenen Weg gefunden. Diese Alternativen sollen nicht außer Acht gelassen werden – im Gegenteil: sie werden mit einbezogen, denn das macht‘s doch erst spannend. Genau deshalb wird bei "Aufgeweckt" fermentiert, gedörrt, eingeweckt, eingelegt und eingekocht – mal klassisch, mal völlig neu interpretiert. Die Fermentation hält unzählige Möglichkeiten bereit, die Inhaber Dominik nicht unversucht lassen möchte. Tag für Tag erkundet er dieses riesige Feld, kreiert Säfte und Ingwerlinge, erstellt spannende Sirups zum Aromatisieren von Alkohol und Soßen, legt verschiedenste Zutaten ein und hilft beim Einkochen.

Denn "Aufgeweckt" kooperiert mit verschiedenen Restaurants und arbeitet mit unterschiedlichen Köchen zusammen. So stellt Marcello aus der Pastabar beispielsweise die Pastasoßen her und Najette zaubert leckere Tajines. An den Weckgläsern hängt jeweils ein Zettel, auf dem vermerkt ist, wer das Gericht gekocht hat und ob es vegan, mit Fleisch oder scharf ist. Aber nicht nur ausgebildete Köche, sondern auch Privatleute sollen die Möglichkeit haben, das Gericht, das sie besonders gut kochen können, ins Regal zu stellen.

© Nicola Dreksler
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Während sich Dominik gemeinsam mit den Köchen kreativ austobt, ist Jörg für das Design, die Website und Finanzen und Flo für die Buchhaltung und Logistik zuständig. Ziel ist es nämlich, nicht nur in ihrem wunderschönen Laden zu verkaufen, sondern Gastronomien und Büros zu beliefern. Produziert wird momentan noch extern – sobald sie aber in ihrem Laden kochen dürfen, geht‘s richtig los. Zur Weihnachtszeit bekommt ihr die Produkte übrigens auch auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Bumann & SOHN. Dort könnt ihr euch sogar mit kompletten Weihnachtsmenüs in Weckgläsern eindecken.

Das Pfandsystem macht‘s möglich, dass ihr die Weckgläser gegen einen Pfand von zwei Euro einfach mitnehmen und beim nächsten Einkauf wieder abgeben könnt. Ihre Zutaten beziehen die drei übrigens aus der Region. Der Großteil des Fleisches stammt von der Metzgerei Eckart in Lindenthal und das Obst und Gemüse vom Apfelbacher Hof und The Good Food. Sobald etwas über ist, wird überlegt, was man damit anstellen kann.

Aber nicht nur selbsthergestellte und -gekochte Speisen und Lebensmittel bekommt ihr bei "Aufgeweckt", sondern auch Fremdpodukte, hinter denen Dominik, Jörg und Flo voll und ganz stehen. So findet ihr in den Regalen beispielsweise auch Honig, Senf und Kerzen aus der Eifel und die Pflegeprodukte von Kastenbein und Bosch. Der Laden hält zum Glück genügend Platz für all die besonderen Produkte und spannenden Ideen bereit. Eine ist es zum Beispiel, schon bald Einweck- und Fermentierkurse oder sogar Wohnzimmerkonzerte mit Verköstigung anzubieten – wenn das mal nicht alles ganz hervorragend klingt. Wir sind jedenfalls schon ganz gespannt!

© Nicola Dreksler

Unbedingt probieren: am besten alles – bei "Aufgeweckt" gibt‘s viel und immer Neues zu entdecken

Besonderheit des Ladens: Konservierung von Lebensmitteln auf herkömmliche Art und Weise ohne Zusatzstoffe – mal klassisch, mal völlig neu interpretiert

Mit wem gehst du hin: alleine, um dich mit leckeren Vorräten einzudecken oder mit Freunden, um bei einem Kurs oder Tasting mitzumachen

Preise: sauer Eingelegtes: ab 4 Euro, Suppen: ab 7 Euro, Tajine: 12 Euro, Wildschweinbolognese: 14 Euro

Aufgeweckt | Lindenstraße 73, 50674 Köln | Montag – Dienstag: 11–19 Uhr, Donnerstag – Freitag: 11–19 Uhr | Samstag: 11–17 Uhr | Mehr Info

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