Handgebackenes Brot bei prôt im Belgischen Viertel

© Nicola Dreksler

Für alle, die ihr Brot am liebsten dort kaufen, wo es noch von Hand geknetet wird, haben wir ziemlich erfreuliche Nachrichten: Seit Anfang Juli gibt es eine neue Anlaufstelle für handgebackenes Brot inmitten von Köln: Bei "prôt" an der Lütticher Straße im Belgischen Viertel wird jedes Brot aufwendig hergestellt – hier könnt ihr hochwertiges, frisches Brot kaufen und obendrauf noch echtes Handwerk bestaunen.

Massenproduktion, Fertigbackmischungen und Aufbackware Fehlanzeige – jedes Brot, das hier verkauft wird, wurde am gleichen Tag gebacken. Denn genau darum geht es dem ausgebildeten Bäckermeister Alex: Verkauft werden nur Brote, die er als wirklich gut empfindet – denn die Qualität ist sein oberstes Credo und die muss nun mal stimmen. Unterstützt wird Alex von seiner Freundin Melanie. Während er den Teig knetet und backt, schmeißt sie den Verkauf. Alles, was an einem Tag nicht verkauft wurde, wird im Übrigen am nächsten Tag von der Tafel abgeholt.

© Nicola Dreksler
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Um absolute Frische zu garantierten, backt Alex seine Brote jeden Morgen. Anders als bei anderen Bäckereien so üblich, öffnet prôt nicht schon in den frühen Morgenstunden, sondern erst um 10 Uhr – wer dann hier sein Brot kauft, bekommt es noch warm, frisch aus dem Ofen eben. Genau deshalb kann man es dann auch noch nicht geschnitten werden – das geht erst ab 12 Uhr, andernfalls würde es nämlich zerfallen. Grundsätzlich rät Alex aber jedem Kunden vom Schneiden ab – ungeschnitten halten sich Brote nämlich deutlich länger.

Ein weiteres Highlight ist die offene Backstube. Alex' Wunsch war es, den Kunden sein Handwerk näherzubringen. Daher hat er bei der Suche nach einem Laden besonders viel Wert auf die Räumlichkeiten gelegt. Ein halbes Jahr lang haben Alex und seine Familie die ehemalige Boutique umgebaut. Bei rumgekommen ist eine stilvolle, minimalistische und schöne Backstube im Industrial-Design. Riesige Fensterfronten und ein großer, offener Raum machen es möglich, dass man Alex dabei zusehen kann, wie er den Teig zubereitet und seine Brote backt.

Hier herrscht absolute Transparenz. Auch die Mehlsäcke, die für die Brote verwendet werden, stehen im Schaufenster. Das Mehl stammt übrigens zum Großteil von Mühlen in Nordrhein-Westfalen. Eine Mehltype, ein ganz besonderes Ruchmehl, lässt er sich aus der Schweiz liefern, weil es das in Deutschland nicht gibt.

© Nicola Dreksler
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Aber nicht nur das Mehl ist hier besonders, sondern auch der Ofen. Bevor sich Alex mit prôt selbstständig gemacht hat, war er in der Backofenbaubranche tätig und hat weltweit über 150 Backstuben gesehen. Sein Heuft-Ofen ist eine spezielle Sonderanfertigung, der eigens für seine Bäckerei und sein Konzept ausgelegt wurde. Im Vergleich zu anderen Bäckern beinhalten Alex' Brote deutlich mehr Wasser, Vor- und Sauerteig. Zudem setzt er auf eine besonders lange Verquellungszeit des Vorteiges. Und die Brote haben es in sich: Sie sind saftig, haben eine krosse Kruste und schmecken ausgezeichnet.

Momentan hat man bei prôt die Qual der Wahl zwischen sieben verschiedenen Broten. Ein achtes soll noch dazukommen. Preislich liegen sie zwischen 2,70 und 5,30 Euro – was absolut fair ist. Alex und Melanie haben sich bewusst gegen den Verkauf von Brötchen und weiteren Backwaren entschieden. Der Fokus soll schließlich auf dem aufwendig hergestellten Brot und eben auf dem Handwerk liegen. Welch eine Bereicherung fürs Belgische Viertel – hach, für ganz Köln.

prôt | Lütticher Straße 6, 50674 Köln | Dienstag – Freitag: 10–18.30 Uhr, Samstag: 9–14 Uhr | Mehr Info

 

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