„Just try afro fast food“ – der vielleicht außergewöhnlichste Foodtruck Kölns

© Lisa Schulz

Für seine Location gewinnt Ricky nicht mal einen Blumentopf. Eher einen Wunderbaum, der passt besser zum Standort. Denn heute stellen wir euch kein Restaurant mit Steinwänden vor, sondern einen gar nicht mal so schönen Foodtruck, der auf einer gar nicht mal so schönen Freifläche zwischen Tankstelle, Autowaschanlage und nem Netto-Supermarkt steht. Immerhin gibt’s davor gar nicht mal so schöne, sondern random Alutische und Stühle.

Das mitessende Auge kann sich jedoch an den Speisen erfreuen, die Ricky in seinem lila Mobil bruzelt. Allen voran sind die Yamfries eine Augenweide und ein Gaumenschmaus. Die hat Ricky selbst erfunden! Yamfreis gibt’s in Europa ausschließlich in seinem lila Schlitten. Im Ernst. Mit eigener Verpackung und allem Zipp und Zapp. Die Spezial-Fritten markieren auch die Geburtsstunde des „Just try afro fast food“-Trucks; den hat Ricky letztes Jahr installiert, um sein Produkt zu verkaufen. Und es läuft wie Hulle.

Aber erstmal zurück zum exotischen Gemüse. Das spricht man nicht wie das musikalische Dschämmen aus, sondern so wie man es schreibt. Jamm. Und die Yamswurzel ist für die Afrikaner, was die Kartoffel für uns Deutsche ist. Unter dem Namen Yamswurzel tummeln sich rund 250 verschiedene Arten der Pflanzengattung. Zu unterscheiden sind sie kaum, denn der essbare Teil der Pflanze, also die Wurzel, hat immer ähnliche Eigenschaften.

In Afrika ist die Yamswurzel ein wichtiges Grundnahrungsmittel, aus dem man unter anderem einen Brei namens „Fufu“ zubereitet, der mit scharfen Soßen zu Fleisch und Fisch auf den Tisch kommt. Und ganz nebenbei ist eine Yamfrie viel gesünder als 'ne deutsche Fritte: Die Wurzel hat nur wenige Kalorien, fast kein Fett, ohne Ende Ballaststoffe und wenige Kohlenhydrate, noch dazu stecken allerhand Vitamine und reichlich Kalium, Magnesium und Kalzium drin.

Kochbanane, Afro Wraps, Burger und nigerianische Egusisuppe

Bei Ricky kommen die Fries nicht in Fufu-Form, sondern in einer Schale daher, getoppt mit einer kreativ-köstlichen Gewürzmischung, abgerundet mit den hauseigenen Soßen, unter anderem einem ungewöhnlich leckerem Cocktail-Kokosschlonz. Nee, so hat man wirklich noch nie zuvor gegessen – was aus Rickys Wagen kommt, ist genauso außergewöhnlich wie dessen Spot.

Neben einer Kreuzung der Oskar-Jäger-Straße sitzend, verhelfen einem die extravagantem Speisen aber ganz gut, das Verkehrsgetummel auszublenden. Wie in Sansibar am Strand fühlt man sich vielleicht nicht, aber der Ort mutet beim persönlichen Auschcecken weit weniger schlimm an, als wenn man dran vorbei fährt und sich denkt: „Wie kann man hier nur einen Foodtruck hinstellen!?“.

© Lisa Schulz

Neben der Hauptattraktion kredenzt Ricky Burger, die ebenso außergewöhnlich sind: zum Beispiel den Afro Cheeseburger mit Beef oder Fisch und homemade Soße. Außerdem gibt’s – natürlich – auch Kochbanane die bei „Just try afro fast food“ als Jumbo Fries daherkommen, einen Afro Wrap mit Hähnchenstreifen oder Tilapiafischfilet und Stew, nigerianische Egusisuppe, worunter man sich einen deftigen Eintopf auf Melonensamenbasis (!) vorstellen darf und Joolof-Reis, ein Gericht das vor allem in Gambia und dem Senegal bekannt ist. Das alles gibt’s übrigens auch per Lieferando. Falls man nicht so gerne in gar nicht mal so schönem Ambiente essen möchte.

Unbedingt probieren: am besten ein Mal alles, aber vor allem natürlich die Yamfries

Besonderheit des Ladens: Hier ist alles besonders. Vor allem Ricky, der könnte gut bei einem Homeshoppingsender Spektakel machen.

Mit wem gehst du hin: mit Autobesitzern, mit menschen die im Heliosviertel arbeiten, mit afrikanischen Mitbürgern

Preise: Mittagsgerichte von Fries über Wrap bis hin zum Burger alles 7,50 Euro

Just try afro fast food |Oskar-Jäger-Straße 54, 50825 Köln | Montag – Samstag: 11.30–18 Uhr | | Mehr Info

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