Von der Sternegastro zum Streetfood-Imbiss: Im Distrikt 10 gibt's Banh Mi, Avocado-Fries und mehr

© Christin Otto

Im Belgischen Viertel kann man über vieles lamentieren – zu wenig Parkplätze und zu hohe Mieten zum Beispiel –, aber über einen Mangel an asiatischen Restaurants und Imbissen kann sich hier nun wirklich niemand beschweren. Im Gegenteil: An jeder Ecke gibt es irgendeinen Laden mit Leckereien aus Fernost – sei es nun Thai, Vietnamesisch oder Sushi. Fans der asiatischen Küche freut’s natürlich. Für Gastronomen, die im Belgischen noch was mit Asia-Food reißen wollen, heißt das aber: Wer nicht in der Masse untergehen will, lässt sich besser was Besonderes einfallen.

Vor genau dieser Herausforderung stand auch Sao-Ly, als sie sich entschied, den Job in der Sternegastronomie an den Nagel zu hängen und einen eigenen Laden aufzumachen. „Distrikt 10“ heißt ihr kleiner Imbiss an der Brüsseler Straße. Wo bis vor Kurzem noch das Fischparadies zu finden war, serviert sie nun vietnamesisches Streetfood. Kein ganz leichtes Unterfangen. Schließlich ist der Standort geradezu umzingelt von vietnamesischen Restaurants.

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Umso besser, dass Sao-Ly Spezialitäten auf ihrer Karte hat, die es bei der Konkurrenz im Umfeld nicht gibt. Banh Mi zum Beispiel. Das kannte der Kölner bisher nur aus dem 1980 im Griechenmarktviertel. Nun gibt es die vietnamesischen Sandwiches im „Distrikt 10“ nicht nur in der XL-Version, sondern auch noch mit Füllung nach Wunsch. Ob nun mit gegrillter Schweineschulter, gezupfter Entenkeule, gedörrtem Rindhüftsteak, gebratenen Garnelen, in Kokosmilch gegartem Hähnchen oder mariniertem Tofu – geschmacklich ist für jeden etwas dabei. Kombiniert wird das Ganze mit verschiedenen frischen Veggies und hausgemachten Dressings.

Für jede Hauptzutat hat Sao-Ly jeweils eine perfekt abgestimmte Kombination entwickelt. So gibt es zum Tofu beispielsweise Sojakaramell, Rote Bete, Gurke, Salat, Koriander, Frühlauch, Mandelblättchen – und Shiitakemus statt der üblichen Shiitakepilze. An genau solche Kniffen merkt man, dass Sao-Ly früher im Sternerestaurant "taku" gearbeitet hat.

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Eitel ist sie im Umgang mit ihren eigens erstellten Kombinationen dennoch nicht. Wer irgendetwas nicht mag oder anders mixen möchte, bekommt im „Distrikt 10“ seine eigene Wunschkreation. Ohnehin gehört Wünsche erfüllen sozusagen zum Konzept des Ladens. Denn ob die verschiedenen Zutaten auf Reisnudeln, Reis, Salat, als Banh Mi oder im Bao Ban serviert werden, darf jeder Gast selbst entscheiden.

Mit dem Bao Bun hebt sich Sao-Ly einmal mehr von der Konkurrenz ab – denn die weißen, gedämpften Brötchen samt leckerer Füllung sind längst kein Standard auf vietnamesischen Speisekarten. Das wirkliche Unikum des „Distrikt 10“ versteckt sich aber unter den Beilagen: Avocado-Fries. Mit ihrer krossen Tempurahülle und der saftigen Avocado-Füllung sind die Fritten der besonderen Art einfach nur köstlich. Und spätestens wenn man die probiert hat, weiß man, dass das "Distrikt 10" seinen Namen zu Recht trägt. Der gleichnamige Stadtbezirk von Saigon gilt unter Einheimischen nämlich bis heute als Geheimtipp für gutes Essen.

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Unbedingt probieren: das Banh Mi mit Tofu und die Avocado-Fries.

Besonderheit des Ladens: es gibt kreatives vietnamesisches Streetfood, das du dir auch komplett nach deinen eigenen Wünschen zusammenstellen lassen kannst.

Mit wem gehst du hin: mit deinen Kollegen in der Mittagspause und denjenigen, die von Asia-Food einfach nie genug bekommen.

Preise: Banh Mi 8,90 Euro, Reisnudel-Gerichte 11,90 Euro, Bao Bun 4,50 Euro, Avocado Fries 4,50 Euro

Distrikt 10 | Brüsseler Str. 43, 50674 Köln | Montag – Samstag: 11–21 Uhr | Mehr Info 

Die Fotos für den Beitrag wurden mit der Sony Alpha 7ii gemacht.

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