11 Filme, die in Köln spielen

© 2021 / Warner Bros. Entertainment

von Kevin Goonewardena

Auch wenn WDR, RTL und zig andere Firmen aus der Fernseh- und Filmbranche in Köln beheimatet sind; obwohl hier unzählige Serien gedreht und Shows aufgezeichnet werden – und Anthony Hopkins und Ben Kingsley sich einen finalen Showdown im Stiefel lieferten: In internationalen Produktionen findet die Stadt so gut wie nicht statt. Macht aber nichts! Soll doch Jason Bourne in Berlin Unterschlupf vor den CIA-Häschern suchen – diese und andere wunderbare Filme in und über Köln sind sehenswerter und lehrreicher als dein Wochenend-Multiplexkinobesuch. Eine garantiert Ballauf & Schenk-freie Liste.

1. Pizza Colonia (1991, Film)

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Ist das schon Trash? Hierzulande eignet sich wohl niemand besser, einen italienischen Patriarchen zu verkörpern, als dieser Sohn eines italienischen Vaters: Mario Adorf. Der besitzt als Francesco Serboli in der kölsch-italienischen Komödie "Pizza Colonia" zwar stilecht ein Restaurant, muss sich dieses aber mit  – hold my beer – einem Brauereibesitzer (gespielt von Willy Millowitsch) teilen. Mehr Klischee geht nicht? Abwarten. Serboli sähe seine Tochter gerne mit dessen Sohn vor dem Altar, muss aber zusehends fürchten, dass seine eigene Affäre mit einer Kioskbesitzerin auffliegt. Als sich dann auch noch der örtliche sizilianische Pate ankündigt, muss er gar um seine Geschäfte bangen. Serboli brennt daraufhin mit seiner Hilde durch, um ihr das heimatliche Italien zu zeigen. Überzeichneter Multi-Kulti-Klamauk für Leute mit starken Nerven.

2. Heil Hitler und Alaaf - Karneval in der NS-Zeit (2014, Film)

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Fight the Power? Schön wär’s gewesen: Die WDR-Doku "Heil Hitler und Alaaf - Karneval in der NS-Zeit" untersucht was an dem Mythos, Karneval sei frei von nationalsozialistischen Einflüssen gewesen, dran ist. Man ahnt es: nichts. Anhand von Originalaufnahmen, Zeitzeug*innen und Historiker*innen werden der Kölner und Düsseldorfer Karneval unter dem Hakenkreuz beleuchtet – mit einem Ergebnis, das eingefleischten Karnevalist*innen kaum schmecken wird.

3. Gruppenbild mit Dame (1977, Film)

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Ob "Haus ohne Hüter", "Ansichten eines Clowns" oder "Die verlorene Ehre der Katharina Blum "– gleich mehrere Werke des Kölner Ehrenbürgers und Literatur-Nobelpreisträgers Heinrich Böll wurden verfilmt, manche mehr als einmal. In "Gruppenbild mit Dame" wird die Hauptrolle Leni Gruyten von Romy Schneider gespielt. Außerdem dabei: Otto Sander und Brad Dourif (Blue Velvet, Dune, Mississippi Burning), der zwei Jahre zuvor mit "Einer flog über's Kuckucksnest" den mit einer Academy Awards-Nomminierung honorierten Durchbruch schaffte – mit seinem zweiten Film überhaupt.

4. Der bewegte Mann (1994, Trailer)

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Max Raabe und sein Palastorchester werden erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, Til Schweiger konnte noch nicht durch wirre Internetpostings auffallen, Rufus Becks Lesereise mit J.K. Rowling sollte noch folgen und Joachim Krol war noch weit davon entfernt, als Kommissar Guido Brunetti in Venedig zu ermitteln: Nach Vorlage des Kölner Comiczeichners Ralf König inszenierte Sönke Wortmann den Publikumserfolg "Der bewegte Mann" in der Domstadt – und versammelte in ihm gleich eine ganze Reihe von Schauspieler*innen, die seit den 90ern nicht mehr aus der deutschen Film- und Fernsehlandschaft wegzudenken sind.

5. Über Barbarossaplatz (2016, Trailer)

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Kein Stoff für einen entspannten Abend auf der Couch: "Über Barbarossplatz" ist ein aufwühlender ARD-Pilot einer Drama-Serie um eine Psychologen-Ehepaar, in dem sie, nach dem Selbstmord ihres Mannes, hinter das enge Verhältnis von ihm und einer ehemaligen Patienten kommt, worauf sie selbst einen Psychologen aufsuchen muss.

Caroline Ströbele schreibt zum Drehort bei Zeit Online: „Köln hat die interessanteste Rolle in diesem Film. Die Stadt ist lärmig und aggressiv, keine Spur Kölner Fröhlichkeit. Der Verkehrslärm des titelgebenden Barbarossaplatzes übertönt jedes Gespräch, die Menschen sind brutal, überall wird geschoben und gedrängelt, es ist immer zu voll und zu laut.“

6. Das weiße Rauschen (2001, Film)

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Gedreht unter anderem im ehemaligen Lupe-Kino, im Studi-Wohnheim Dasselstraße und am Riehler Rheinufer, zeigt Regisseur Hans Weingartner in "Das weiße Rauschen" das Innenleben eines unter Schizophrenie leidenden jungen Mannes: Daniel Brühl brilliert in diesem vielfach ausgezeichneten Langspieldebüt Weingartners, der sich bei seinem Abschlussfilm an der KHM eng an das von Lars von Trier und Thomas Vinterberg verfasste Dogma95-Manifest hielt.

7. Wildes Köln (2013, Film)

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Gut, beim Effzeh kann man mittlerweile den Bock der achten Generation antreffen, die Population wilder Papageien in der Domstadt ist in Deutschland die größte ihrer Art und vor 50 Jahren schwamm gar ein weißer Wal den Rhein runter – Oma, Opa und Google erinnern sich. Wo und wie sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen oder Igel und Schildkröten leben, erfährt man in der bezaubernden Doku "Wildes Köln", die einem das tierische Leben in der Stadt zeigt, das sonst meist nicht einmal auf den zweiten Blick wahrgenommen wird.

8. Am Kölnberg (2014, Film)

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Ohne das übliche Abfilmen von Polizeieinsätzen, Interviews mit Sozialarbeiter*innen und Politiker*innen und wertenden Off-Kommentaren kommt dieses Portrait über eine Handvoll Bewohner*innen der Meschenicher Großwohnsiedlung Am Kölnberg aus. Gerade deswegen ist – trotz all der zerplatzten Träume, lebenserhaltenden Hoffnungen, an die sich hier geklammert wird, und Suchterkrankungen – ein respektvolles Bild des Lebens am Rande der Gesellschaft entstanden, in dem die Protagonist*innen nicht zur allgemeinen Belustigung vorgeführt werden. Der Film "Am Kölnberg" ermöglicht einen Blick in normalerweise nicht zugängliche Paralleluniversen – zu Recht ein Publikumserfolg.

9. Der Kuaför aus der Keupstraße (2015, Trailer)

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Die Doku "Der Kuaför aus der Keupstraße" rekonstruiert die Ermittlungen in Folge des Nagelbombenanschlags der nationalsozialistischen Terrororganisation NSU in der Mühlheimer Keupstraße des Jahres 2004, in der bis zum öffentlichen Bekanntwerden der NSU ein fremdenfeindlicher Hintergrund durch Polizei und Staatsanwaltschaft ausgeschlossen und stattdessen im Umfeld der Opfer nach den Tätern gefahndet wurde. Der Film stellt die Frage nach strukturellem Rassismus in der BRD aus der Perspektive der Opfer und zeigt deren Stigmatisierung durch die Behörden.

10. Chicago am Rhein (2010, Film)

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Zugegeben: Namen wie Dummse Tünn, Schäfers Nas, Abels Män oder Frischse Pitter lassen einen nicht gerade erschaudern. Doch mit kölschem Klamauk war spätestens mit den Namen Schluss: Zu Hochzeiten des Verbrechens in der Domstadt wurden jährlich 50.000 Straftaten registriert, 3000 Prostituierte gingen ihrem Gewerbe nach und spülten reichlich Schotter in die Taschen der Genannten. "Chicago am Rhein" ist eine Kult-Doku, in der längst vergangene Jahrzehnte Kölner Kriminalgeschichte nachgezeichnet werden. In ihr kommen Größen von damals, Journalisten, Ermittler und Zeitzeugen zu Wort  – ein Muss, nicht nur für Kölner*innen. Einen Spielfilm zum Thema gibt's übrigens auch: "Heißes Pflaster Köln" (1967), der sich an die Geschichte des Dummse Tünn anlehnt.

11. Generation Beziehungsunfähig (2021)

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Frederick Lau ist zwar Berliner, aber auch bekennender Köln-Fan – und wer die Komödie "Generation Beziehungsunfähig" mit ihm in der Hauptrolle sieht, wird das gerne glauben. Da spielt er an der Seite von Luise Heyer und Teddy Teclebrhan einen waschechten Kölner im noch waschechteren Kölner Single-Dasein. Die Drehorte dürften Kölner*innen allesamt bekannt vorkommen – die kleinen und großen Liebesdramen spielen sich nämlich zwischen Heliosturm und Ehrenfelder Bahnhof, Bootshaus und Schnörres, auf den Ringen und an der Zülpicher ab. Und beim Soundtrack könnt ihr natürlich zu AnnenMayKantereit mitsingen.

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