11 Gründe, warum es mit der Kölner Clubkultur bergab geht

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Der Schmerz über das Sterben des Kölner Rose Clubs war gerade etwas abgeklungen, als das „Underground“ kurze Zeit später sein Aus verkündete. Man konnte das Seufzen der Stadt fast hören: „Ich kann ja auch nichts dafür.“ Mittlerweile haben sich die Kölner an das Clubsterben gewöhnt. Fast will man panisch mit dem Handy checken, ob der Club noch steht, in den man abends gehen will. Kölns Clublandschaft stinkt gewaltig. Warum? Hier sind 11 Gründe:

1. Befristete Verträge

Nichts ist für immer – dieses Motto gilt auch für die Kölner Clubs. Wie oft wurde unsere Freude über einen neuen Club durch die Worte „befristeter Vertrag“ gedämpft? Wir versuchten, unsere Trauer über das baldige Aus der Übergangs-Clubs einfach wegzutanzen. Ohne Erfolg. Kölns Clublandschaft besteht immer mehr aus Clubs, die nur vorübergehend bestehen. Der Vertrag des neuen Club auf dem Helios-Gelände, Helios37, läuft beispielsweise offiziell nur bis 2020.

2. Wer nicht auf Techno steht, hat Pech

Wer in der Techno-Hochburg Köln Clubs sucht, die nicht dem elektronischen Diktat aus Berlin Folge leisten, wird selten fündig. Die letzten alternativen Bastionen sind der Tsunami Club und das Subway in Köln. Selten gibt es Clubs wie das Molotow oder den inzwischen auch geschlossenen kleinen Donner in Hamburg, die ihr Konzept komplett auf eine Musikrichtung ausrichten.

3. Ehrenfeld ist keine Indie-Hochburg mehr

Underground, Live Music Hall, Werkstatt, Papierfabrik. Wer keinen Bock auf Technoeinheitsbrei aus dem Belgischen Viertel hatte, konnte gut nach Ehrenfeld flüchten. Das alternative Valhalla trumpfte immer mit irgendeiner alternativen Party auf. Doch auch das hat sich geändert. Inzwischen erbarmt sich meist nur noch das Heinz Gaul und bietet alternativen Geistern in Ehrenfeld ab und zu Zuflucht.

4. Neue Bars sprießen aus dem Boden, aber keine Clubs

BarZwei, Schulz, Stapelbar. Eine neue Bar nach der anderen eröffnet in Köln. Neue Clubs? Fehlanzeige!

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5. Alle Ringe-Clubs stehen noch

Ja, schon klar, weil's wegen der Touris und Köln 50667 besser läuft – aber denkt mal jemand auch an uns? Wenn man keinen Bock auf Klapsmühle oder Vanity hat, wird die Auswahl echt dünn. Schwach von dir, Köln!

6. Wenig Clubs, die auch Konzerte und Lesungen anbieten

Die Kulturangebote vieler Clubs in Köln reichen selten über Partys hinaus. Außer dem King Georg und dem Kulturgott Club Bahnhof Ehrenfeld gibt es wenige Locations, in denen man gleichzeitig feiern und am nächsten Tag auch mal auf eine Lesung gehen kann.

7. Wenig Keller-Clubs

Jedes Mal, wenn man die Treppen ins „Stecken“ hinunterging, überkam einen das Gefühl, in einem geheimen Keller-Club in Brooklyn zu sein. Es war dunkel, heiß und den Eintritt bezahlte man meistens an einem improvisierten Tisch vor den Klos. Das Stecken verbreitete authentische Keller-Vibes, die man heute in Köln vermisst.

8. Immer derselbe Kram

Von der Trash Island über Feines Tier bis zur Pass the Dutch gibt es alles, was das Trash-, Techno- und HipHop-Herz begehrt. Diese Musikrichtungen laufen gut in Köln und weil das so ist, gibt es unzählige Partyreihen, die sich genau auf diese Richtungen festgebissen haben. Indie- oder Funkliebhaber haben hier das Nachsehen.

9. Alles liegt weit voneinander entfernt

Wieso müssen alle Clubs in Köln so weit voneinander entfernt liegen? Wenn wir einen im Tee haben und uns die Party nicht gefällt, wollen wir schnell die Location wechseln. Das geht in Köln aber nicht. Fast jeder gute Club ist mindestens eine Taxi-Fahrt von dem anderen entfernt. Das gibt Minuspunkte.

10. Wenige Open-Air-Möglichkeiten

Bis auf das Odonien gibt es wenige Möglichkeiten, auch im Sommer clubben zu gehen. Wer draußen rumhängen und tanzen will, muss wohl auf ein Festival fahren.

© Odonien

11. Kölner trinken im Sommer lieber Kioskbier, als in einen Club zu gehen

Niemand von uns hat Bock, im Sommer im Club mit 100 anderen Menschen zu schwitzen. Es sei denn, die Party ist so gut, dass man dieses Leid in Kauf nimmt. Dann doch lieber draußen Kioskbier trinken.

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