Alles schon wieder vorbei? Ich habe den Karnevals-Blues!

© Xavier Sotomayor/Unsplash

Und schon wieder ist alles vorbei. Die Aufregung in den Wochen vor Karneval war groß, die Vorfreude währte lang. Und nun? Fünf Tage, wie im Zeitraffer dahin. Jetzt ist Aschermittwoch – Zeit, um Wunden zu lecken. Manchmal wortwörtlich. So manch einer hat sich über Karneval auf die Fresse gelegt. Von den zahlreichen Schnittwunden durch Glasflaschen mal ganz zu schweigen.

 

Tausende Touristen haben in den vergangenen Tagen die Stadt gestürmt und exzessiv mit uns gefeiert. Jetzt sind sie wieder weg. Zurück bleiben wir, die Kölner – und eine Menge Müll. Die Aufräumarbeiten laufen noch immer. Ein Gefühl der Leere schleicht sich ein. Karneval ist vorbei, dreckige Straßen, alles Grau in Grau. Ein Gefühl, das die Touristen nicht kennen – es bleibt an den hier wohnenden Menschen haften.

Der eisige Spätwinter ersetzt das bunte Treiben in den Straßen. Plötzlich ist die Kälte wieder spürbar. Kein schönes Gefühl. Nach dem Rausch kommt die Ernüchterung – und die Erkenntnis, dass jetzt alles wieder Alltag ist.

Es gibt ein Leben außerhalb von Karneval. Und das beginnt jetzt wieder.

Was nun vom Karneval bleibt, sind die schlechten Nachrichten. Man liest vom Bahnsteig-Schubser, Verkehrstoten. Tierschützer diskutieren wieder, ob Pferde in den Rosenmontagszug gehören. Ab und zu verirrt sich noch ein letztes Karnevals-Bild in meinen Feed. Ich scrolle weiter – habe keine Lust, alles bewusst wahrzunehmen. Ja, es gibt ein Leben außerhalb von Karneval. Und das beginnt jetzt wieder. Doch ich habe den Karnevalsblues. Ich zähle die Tage. Noch 271 sind es. Dann ist wieder 11.11. – und die Saison beginnt von vorn.

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