Wie das Café Fatsch zur Nudelbar Nobiko wurde

© Christin Otto

Als das Café Kollektiv Fatsch im vergangenen Jahr die Schließung bekannt gab, war das zunächst vor allem eins: ein herber Rückschlag für Kalk. Ein erneuter. Schließlich hatte mit der Vorstadtprinzessin bereits 2015 eine der wenigen Perlen des Veedels nach mehr als sieben Jahren die Schotten dicht gemacht. Kalk, so schien es, ist und bleibt das Pendant zum Berliner Wedding – ein Stadtteil, der angeblich im Kommen ist, dann aber doch nie kommt.

Nun sollte also auch an der Josephskirchstraße Schluss sein, Schluss mit veganen Kuchen, Schluss mit dem Kollektiv. Zu wenig Zeit, neue Projekt – so die Begründung des Fatsch-Teams im August 2017. Allerdings ließ man die Tür schon damals einen Spalt offen. So ganz aufgeben wolle man den Ort dann doch nicht, hieß es. Pläne gäbe es zwar schon, aber alles nix Konkretes.

Fatsch-Kuchen bleiben

Was und wie aus diesen Plänen nun doch etwas ganz Konkretes geworden ist, davon könnt ihr euch seit gestern selbst überzeugen. Denn: Mit Ostern hat nicht nur Jesus, sondern auch das Café Fatsch in Kalk Wiederauferstehung gefeiert. Zwar heißt das jetzt Nobiko und will sich vor allem als vegane Nudelbar mit hausgemachten Udon-Nudeln einen Namen machen. Die beliebten veganen Kuchen gibt es aber weiterhin.

Wie es dazu kam? Ein Teil des Fatsch-Kollektivs hat sich mit dem Nobiko-Dinner zusammengetan. Fatsch-Kennern ist das natürlich längst ein Begriff. Schließlich gab es die japanische Küche bereits zu Fatsch-Zeiten jeden Mittwoch und Donnerstag. Im neuen Nobiko steht diese nun im Fokus: Suppe mit selbstgemachten Udon-Nudeln, Tempura und Reisgerichte dominieren die Karte.

© Christin Otto

In die Töpfe kommen dabei nur gute Lebensmittel, gerne auch in Bio-Qualität. Weil diese vorher möglichst nicht um den ganze Globus gekarrt werden sollen, verzichtet das Nobiko-Team auch bei den spezielleren Zutaten auf Importe aus Japan. Die Kombu-Algen kommen aus Island, der Tofu aus Norddeutschland, der Reis aus Italien und die Nori-Flocken aus Spanien. Das Ergebnis kann sich sehen – und vor allem schmecken – lassen. Die Udon-Nudeln in Curry-Brühe landen mit Austernseitlingen, bissfesten Möhrenstreifen und frischen Lauchzwiebeln garniert in der Schüssel. Lecker, frisch, vegan und kein Vergleich zu Udon aus der Packung.

Was nun so herrlich einfach klingt, war zunächst aber ein ganzes Stück Arbeit. Um Platz zum Kochen zu schaffen, musste entrümpelt werden: Anfang des Jahres wurde das Café komplett ausgeräumt und umgebaut. Eine neue Küche samt Abluftanlage und Profi-Nudelkocher musste her. Finanziert wurde das Ganze via Crowdfunding. Knapp 11.000 Euro wurden eingesammelt. Dank des Geldes kann das Team – darunter auch die in Hiroshima geborene Niko, die bereits in Tokyo gekocht hat – nun ordentlich arbeiten. Und gearbeitet wird natürlich auch weiterhin im Kollektiv – hierarchiefrei, selbstbestimmt und gleichberechtigt. Darauf eine Soli-Mate!

© Christin Otto

Unbedingt probieren: hausgemachte Udon natürlich. Die dicksten Nudeln der japanischen Küche werden im Nobiko aus Weizenmehl, Wasser und Salz selbst hergestellt.

Veggie: hier ist von der Vorspeise bis zum Nachtisch alles vegan.

Besonderheit des Ladens: komplett vegan, Arbeit im Kollektiv

Mit wem gehst du hin: Veganern, Fatsch-Fans und all deinen Freunden, die meinen, dass es in Kalk nur Döner-Buden gibt.

Preise: Udon-Suppe zwischen 5 und 9 Euro, Reisgericht 4 Euro (klein) / 6 Euro (groß), Menüs ab 6 Euro

Nobiko Nudelbar & Café | Josephskirchstraße 25, 51103 Köln | Dienstag – Sonntag: 12 – 22 Uhr, Montag ist Ruhetag | Mehr Info

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