Das Köln ABC: T wie Traumathek

Köln ist wunderbar – und manchmal auch ein bisschen nervig. Wir lieben den Rhein, Karneval, Kölsch und unser Herz schlägt höher, wenn wir den Dom sehen. Wenn genau diese Sachen dich an Köln verzaubern und du gleichzeitig über die KVB fluchst und dich der Stau auf den Ringen zur Weißglut treibt, bist du hier genau richtig. In unserem Köln-ABC gibt es Köln von A bis Z, von vorne bis hinten und mit allem, was dazu gehört – egal, ob wir es nun gerade feiern oder verfluchen.

Manche Orte in Köln fühlen sich an wie kleine Zeitreisen – oder gleich wie eine Reise in eine ganz andere Welt. Diese besonderen Orte gilt es zu schätzen und zu sichern, aber vor allem erst einmal: zu entdecken. Wer Filmfan ist und den ganz besonderen Ort, der es in unserem ABC zum Buchstaben T geschafft hat, noch nicht kennt, sollte deshalb jetzt ganz gespannt sein: denn die Kölner Traumathek ist ein solcher Ort. 

Eine Reise in andere Welten

In der Traumathek in der Engelbertstraße könnt ihr hauptsächlich Filme ausleihen – etwas, das dank Netflix, Amazon Prime und Co. in den letzten Jahren größtenteils aus dem Stadtbild verschwunden ist. Mit der Traumathek macht ihr eine Reise in eine Zeit, in der der abendliche Film noch an einem physischen Ort ausgesucht wird und nicht durch endloses Swipen durch eine Online-Mediathek. 

Wer aber glaubt, dass die Traumathek uns nur in Nostalgie schwelgen lässt und alte Blockbuster präsentiert, der irrt: Denn obwohl sich das Filmeleihen anfühlt wie ein Blick in die Vergangenheit, ermöglicht die Traumathek eigentlich einen Blick in ferne Länder, in fremde Welten und in eine große Welt des Films, die dem Mainstream oft verborgen bleibt. Wer sich für Filmkunst interessiert, für den ist die Traumathek ein Blick in die Zukunft.

Wirkliche Filmfans wollen aber nicht nur zu Hause im Stillen die Schätze aus aller Welt studieren – sie tauschen sich natürlich auch gerne darüber aus. Genau deshalb ist die Traumathek auch mehr als einfach nur ein Ort, an dem Filme gesammelt werden.

Genau das war auch der Anspruch der Traumathek, als sie 1994 in Köln gegründet wurde: Independentkino aus aller Welt und in seiner ganzen Bandbreite der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mehr als die Handvoll Filme, die jede Woche neu in den Kinos eintrudeln. Die Traumathek blickt besonders nach Asien, auf spannende Neuheiten aus Hongkong und Japan, aus China oder Taiwan. Aber auch unabhängige Filme aus Australien, aus Indien oder Afrika, Osteuropa oder Lateinamerika findet ihr an diesem besonderen Ort – denn die Filmkunst soll in ihrer Gänze gewürdigt werden. 

Wirkliche Filmfans wollen aber nicht nur zu Hause im Stillen die Schätze aus aller Welt studieren – sie tauschen sich natürlich auch gerne darüber aus. Genau deshalb ist die Traumathek auch mehr als einfach nur ein Ort, an dem Filme gesammelt werden – hier könnt ihr auch zusammenkommen, Kaffeetrinken, selbstgemachte Leckereien snacken und die Realität mal für eine Weile an der Türschwelle abgeben. Einen Ort finden, an dem ihr ein paar Stunden verbringt, um Neues zu entdecken, den Blick durch die vielen Regale voller Filme schweifen zu lassen und das Kino mal wieder von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Und um sich Zeit zu nehmen, für die Kunst. 

Klassiker und Neuheiten werden hier natürlich auch in regelmäßigen Screenings präsentiert – dann wird die Traumathek selbst zum Kino. Das passiert dann im hauseigenen Studio Argento, das 2020 übrigens mit dem KinoProgrammPreisNRW ausgezeichnet wurde. Zurecht – denn die ganze Traumathek ist eben ein ganz besonderer Ort. 

© Christin Otto
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