11 Theaterstücke in Köln, die ihr nicht verpassen solltet
Die Spielpläne der Kölner Theater- und Opernhäuser halten in jeder Saison einiges für euch bereit. Von neuinterpretierten Klassikern über modern gestaltete Inszenierungen und Dokumentartheater bis hin zu Tanzaufführungen und Performances ist alles dabei. Wir haben 11 Stücke rausgesucht, die ihr diese Spielzeit noch sehen solltet.
1 "Der zerbrochne Krug" am Horizont Theater
Ein nächtlicher Vorfall, ein zerbrochener Krug und ein Gericht, das die Wahrheit lieber übersieht: In Heinrich von Kleists Lustspiel gerät ein scheinbar harmloser Prozess zur Farce über Machtmissbrauch und Heuchelei. Während Klägerin Marthe Rull auf Gerechtigkeit pocht und für Eve weit mehr als nur ein Haushaltsgegenstand auf dem Spiel steht, versucht Dorfrichter Adam, das Verfahren hastig zu beenden – und verstrickt sich dabei immer tiefer in Widersprüche.
2 "Prima Facie" im Theater im Bauturm
In "Prima Facie" steht eine Frau vor den Trümmern ihres eigenen Weltbildes: Tessa Ensler ist erfolgreiche Strafverteidigerin und glaubt fest an die Logik des Rechtssystems – bis sie selbst Opfer eines sexuellen Übergriffs wird. Plötzlich gerät alles ins Wanken, was zuvor als sicher galt. Suzie Millers vielfach gespielter Monolog legt offen, wie tief patriarchale Strukturen im Recht verankert sind – und was passiert, wenn das System die Betroffenen im Stich lässt.
3 "Wunschlos Glücklich?!" am Horizont Theater
Eine Ehe wie ein altes Sofa: bequem, vertraut – und ein wenig durchgesessen. In "Wunschlos Glücklich?!" geraten Michael und Margarete nach dem Urlaub in eine unerwartete Situation: Für die zweite Hochzeit ihrer Freunde sollen sie keine Geschenke, sondern eine Darbietung beisteuern. Was spielerisch beginnt, entwickelt sich schnell zur Prüfung ihrer eigenen Beziehung. Zwischen Loriot-Zitaten, Tanzversuchen und kleinen Machtkämpfen entfaltet sich eine spritzige Komödie über eingespielte Routinen, verdrängte Wünsche und die Frage, was vom gemeinsamen Glück bleibt.
4 "Frida Kahlo – Ein Leben für das Leben" im Perlengraben 101
In "Frida Kahlo – Ein Leben für das Leben" wird die berühmte mexikanische Malerin als kraftvolle, widersprüchliche und verletzliche Frau lebendig. Songül Karaca schlüpft in die Rolle Frida Kahlos und erzählt gemeinsam mit Andreas Kunz als Diego Rivera von Liebe, Schmerz und radikaler Selbstbehauptung. Der Theaterabend nähert sich der Künstlerin nicht nur biografisch, sondern feiert ihren ungebrochenen Willen, aus Leid Kunst zu machen.
5 "Richard III." im Theater im Bauturm
In Shakespeares "Richard III." kämpft sich ein skrupelloser Karrierist an die Spitze – rücksichtslos, brillant und erschreckend charismatisch. Regisseur Alexander Vaassen interessiert dabei nicht nur die Figur des Richard selbst, sondern auch die Gesellschaft, die seinen Aufstieg möglich macht. Warum scheinen zerstörerische Kräfte immer wieder zurückzukehren, selbst nach Zeiten von Frieden und Stabilität? Mit psychologischer Schärfe und düsterer Intensität wird Shakespeares Königsdrama im Theater im Bauturm zur zeitlosen Studie über Macht und moralischen Verfall.
6 "Hexe – Heldin – Herrenwitz" im Theater im Bauturm
In "Hexe – Heldin – Herrenwitz" am Theater im Bauturm haben Frauen das Sagen. Susanne Pätzold – vielfach ausgezeichnet für ihre Mitwirkung beim TV-Comedy-Format "Switch" –, die Kölner Schauspielerin Nicole Kersten und die Musikerin Bruna Cabral überlassen Kölner Frauen die Bühne. Ob bekannt oder unbekannt, historisch oder fiktiv – an diesem Abend können Agrippina, die Schriftstellerin Irmgard Keun oder die Wirtin der nächstgelegenen Kneipe auf der Bühne stehen.
7 "Die unendliche Geschichte" im Theater im Bauturm
Michael Endes Klassiker wird im Theater im Bauturm zur poetischen Verteidigung der Vorstellungskraft. In "Die unendliche Geschichte" droht das Reich Phantásien vom Nichts verschlungen zu werden – und nur der stille, lesebegeisterte Bastian kann die Welt retten. Regisseurin Deborah Krönung konzentriert sich auf den Kern des Romans und erzählt von der Kraft der Imagination in einer Gegenwart, die Fantasie oft für nebensächlich hält.
8 "Man kann auch in die Höhe fallen" im Theater der Keller
Nach dem großen Erfolg von "Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" bringt das Theater der Keller mit "Man kann auch in die Höhe fallen" ein neues Kapitel aus dem Leben des Joachim Meyerhoff auf die Bühne. Diesmal geht es um Midlife Crisis, Mutterliebe und das Ringen um Kreativität – tragikomisch, klug und nah am Leben. In Julie Grothgars einfühlsamer Inszenierung treffen große Gefühle auf feinen Humor und zeigen, wie tröstlich Erinnerungen – und eine starke Mutter – sein können.
9 "Rent a Friend" im Theater am Dom
Im Theater am Dom sorgt die Komödie "Rent a Friend" für Verwechslungen, Notlügen und jede Menge Turbulenzen. Als sich Sarahs Vater überraschend ankündigt und ihren vermeintlichen Verlobten kennenlernen möchte, muss schnell eine Lösung her. Kurzerhand mietet sie bei einer Agentur einen Ersatz-Verlobten – doch statt des erhofften George-Clooney-Doubles steht plötzlich Gabriel vor der Tür. Was folgt, ist eine temporeiche Komödie über Schein und Sein, falsche Identitäten und den Druck, dem perfekten Leben entsprechen zu müssen.
10 "Moby Dick" im Theater im Bauturm
Im Theater im Bauturm wird Herman Melvilles Jahrhundertroman "Moby Dick" zur packenden Geschichte über Obsession, Größenwahn und die Suche nach dem Sinn des Lebens. Kapitän Ahabs besessene Jagd auf den weißen Wal wächst dabei weit über ein Abenteuer auf See hinaus und wird zur Metapher für menschliche Sehnsüchte und Abgründe. Regisseur Kieran Joel verdichtet den literarischen Koloss zu einem fantasievollen Theaterabend, der beweist, dass selbst die Weiten des Ozeans auf eine kleine Studiobühne passen.
11 "33 Frauen" am Comedia Theater
In "33 Frauen" stellt Schauspielerin Kübra Sekin am Comedia Theater Politikerinnen, Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen ins Rampenlicht – Frauen, die Geschichte geschrieben haben und bis heute die Welt verändern. Mit Witz, Wut und viel Energie verbindet die Fem-Fame-Night persönliche Geschichten mit feministischen Fragen und zeigt, was es bedeutet, als Frau durch eine noch immer ungleiche Welt zu gehen. Gemeinsam mit Sefa Küsku und dem Regie-Duo Manuel Moser und Sibel Polat entsteht ein ebenso unterhaltsamer wie kluger Abend über Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und die Frauen, die viel zu oft übersehen werden.
Zoe Würsching