Flaniervergnügen: Ein Spaziergang durch Mülheim

Mülheim ist auf jeden Fall eines unser liebsten Veedel auf der Schäl Sick – hier gibt es nämlich viele unterschiedliche Ecken, die sich super zu einem ausgiebigen Veedelsspaziergang verbinden lassen. Gemütliche Cafés und entspannte Stimmung am Rhein, viel Platz zum Flanieren rund um den Jugendpark und unverpackt shoppen im Mülheimer Zentrum verbinden wir mit einem kleinen Abstecher ins türkisch-kulinarische Paradies. Ihr kennt Mülheim noch nicht von allen seinen Seiten? Dann nehmen wir euch mit auf eine Tour durchs Veedel.

1. Stopp: Kaffee tanken im Rheinspaziert

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© Carolin Franz Café Rheinspaziert – ein neuer Veedelstreff für Mülheim

Das Café Rheinspaziert in Mülheim ist ein echter Allrounder: Ihr könnt schon morgens zum Frühstücken kommen, euch zum Mittagessen verabreden oder ganz gemütlich einen Kaffee trinken. Auf der Karte findet ihr von Reibekuchen und Sandwiches über Salate und Suppen bis hin zu hausgemachten Crêpes und Kuchen das passende Gericht für jeden Hunger. Besitzerin Tatjana legt dabei nicht nur Wert auf eine offene, familiäre Atmosphäre, sondern auch auf Produkte aus der Region. Das kommt an: Ob alt oder jung, mit Kind oder ohne, mit Hund oder Laptop zum Arbeiten – das Publikum ist seit Tag eins bunt gemischt. 

Das Café Rheinspaziert ist im Moment von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Los geht's natürlich mit einem leckeren Kaffee zum Mitnehmen – den bekommt ihr bei Mülheims jüngstem Café-Zuwachs, dem Café Rheinspaziert. Direkt am Rhein könnt ihr euren Spaziergang dann Richtung Süden beginnen. Wenn ihr nur ein paar Minuten lauft, kommt ihr schon beim Katzenbuckel an – einer kleinen Brücke, die das Mülheimer Festland mit dem Jugendpark verbindet.

2. Stopp: Beste Aussicht vom Katzenbuckel

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© Sophie Franz Optimale Aussicht vom Mülheimer Katzenbuckel

Die Landzunge unter dem "Mülheimer Katzenbuckel" ist der ideale Ort für alle, die Ruhe suchen. Schließlich finden sich auf der Halbinsel nur Grün und alte Industriebauten, sodass sich nur wenige Menschen hierhin verirren. Gebaut wurde die Fußgängerbrücke über der Hafeneinfahrt übrigens anlässlich der Kölner Bundesgartenschau 1955. Mit ihrem steilen und runden Anstieg ist sie nicht nur ein echter Fitnesstest für Jogger*innen, sondern erinnert optisch auch an einen Katzenbuckel – fanden zumindest die Mülheimer*innen, die der Brücke diesen Spitznamen verpasst haben. Hoch oben habt ihr übrigens einen wunderbaren Ausblick über Köln – perfekt auch, um an Silvester oder bei den Kölner Lichtern das Feuerwerk zu bewundern.

Ihr überquert die Brücke und genießt ganz nebenbei den wunderschönen Ausblick bis zum Dom. Jetzt könnt ihr durch den Jugendpark spazieren, den Blick aufs Wasser genießen und die Seele baumeln lassen. Von dort gelangt ihr auf direktem Weg zum Rheinpark.

3. Stopp: Ab ins Grün

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© Nicola Dreksler Raus in die Natur und ab in den Rheinpark

Wer seine freie Zeit gerne im Grünen verbringt, aber dennoch nicht auf einen Blick über den Rhein verzichten will, der findet im Rheinpark auf der Schäl Sick das perfekte Setting. Hier, neben der Zoobrücke, seid ihr umgeben von der Natur und könnt gleichzeitig die Schönheit der Stadt beobachten. Der Rheinpark ist ein beliebter Ort, um gemeinsam zu grillen, zu spielen und den Tag ausklingen zu lassen – bei dieser Kulisse kaum verwunderlich.

Je nachdem, wie viel Zeit ihr im Grünen verbringen möchtet, könnt ihr den Rheinpark erkunden, euch am Rhein entspannen und eine kleinere oder größere Runde drehen. Unter der Zoobrücke – an der Sachsenbergerstraße entlang und an der Claudius Therme vorbei – kommt ihr danach wieder zum Auenweg. Diesem folgt ihr Richtung Norden und nähert euch so wieder dem Katzenbuckel – und eurem nächsten Ziel.

4. Stopp: Eine kleine Stärkung am Anker 7

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© Christin Otto Im Anker 7 den Ausblick genießen

Direkt am Mülheimer Rheinufer findet ihr die beiden Locations von Sterneköchin Julia Komp – das Restaurant Lokschuppen und das Bistro Anker 7. Zweiteres ist die lässigere Option, bei der ihr das leckere Essen draußen in Liegestühlen oder to go direkt auf der Wiese genießen könnt. Geöffnet ist die Terrasse übrigens auch noch nach dem Sommer – dank Schirmen und Co. Das Essen im Anker 7 ist dabei nicht nur lecker, sondern auch hochwertig – die Lebensmittel stammen aus artgerechter Haltung, sind Bio und Fair Trade und kommen größtenteils aus der Region. Neben wechselnden Tagesspecials gibt es auch selbstgemachtes Bio-Eis und kühle Drinks. Am Wochenende solltet ihr hier definitiv mal vorbeischauen – dann gibt es wechselnde kleine Events.

Das Anker 7 arbeitet momentan an der Wieder-Eröffnung. Das Team informiert euch  auf Instagram über neue Öffnungszeiten.

Das Team vom Anker 7 versorgt euch mit wechselnden Snacks – direkt am Rhein, bei schönster Kulisse. Wenn ihr danach am Rhein entlang Richtung Norden schlendert, solltet ihr die Augen offen halten und die vielen kleinen Street-Art-Kunstwerke nicht verpassen.

5. Stopp: Street-Art entdecken

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© Nicola Dreksler Auf Street-Art-Tour mit seiLeise

Nicht nur in Ehrenfeld gibt es jede Menge Street Art zu entdecken – auch auf der Schäl Sick könnt ihr bei einem Spaziergang auf Entdeckungstour gehen. Hilfe bekommt ihr dabei vom Künstler "seiLeise" – der hat euch auf Instagram eine Karte mit einer Route von der Deutzer Werft bis zum Stammheimer Skulpturenpark zusammengestellt, auf der euch kleine Kunstwerke begegnen, wenn ihr nur die Augen offen haltet. Rund um den Mülheimer Hafen und am Rheinufer entlang könnt ihr euch auf euren Kunst-Spaziergang begeben. Die Outside-Gallery verändert sich ständig – alte Bilder verschwinden, neue kommen hinzu. Also lohnt es sich, immer mal wieder nach Mülheim zu spazieren.

Kurz vor der Mülheimer Brücke kommt ihr dann rechts wieder auf die Mülheimer Freiheit. Der Straße folgt ihr bis ihr rechts auf die Buchheimer Straße abbiegen könnt – dort wartet schon das nächste Highlight. Wenn ihr den neuen Unverpacktladen in Mülheim noch nicht kennt, könnt ihr ihn euch auf eurer Tour durchs Veedel mal genauer anschauen.

6. Stopp: Nachhaltig shoppen mitten in Mülheim

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© Carolin Franz U wie Unverpackt – nachhaltig einkaufen auf der Schäl Sick

Wer auf der Schäl Sick am liebsten verpackungsfrei einkauft, der wird seit Oktober 2020 im „U wie Unverpackt“ in Mülheim fündig. Klassiker wie Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte, Haferflocken und Co. sind hier genauso zu finden wie Süßigkeiten, Essig und Öl, getrocknete Früchte und Nüsse. Sogar eine eigene Nussmühle steht bereit, mit der vor Ort frisches Nussmuß produziert und abgefüllt werden kann. Und damit der unverpackte Einkauf zu einem leckeren Essen verarbeitet werden kann, gibt’s auch jede Menge Gewürze. Die typischen Bad-Essentials stehen natürlich auch im Regal: Shampoo, Conditioner, Bambus-Zahnbürsten und Kosmetik gibt es ganz ohne Plastik. Und auch Haushaltsbedarf wie Waschmittel, Brotdosen, Trinkflaschen und Bienenwachstücher finden sich im Sortiment.

Vom Mülheimer Unverpacktladen aus biegt ihr direkt gegenüber in die Wallstraße – dort findet ihr auch das Café Vreiheit. Folgt ihr der Straße noch ein kleines Stück weiter, kommt ihr direkt zum nächsten Halt.

7. Stopp: Mit Pralinen den Lockdown erhellen

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© Sophie Franz Leckere Pralinen und Torten bei bonnboniere in Mülheim

Betritt man die Schokoladenmanufaktur bonnboniere, strömt einem der Duft von Schokolade sofort in die Nase. Kein Wunder – schließlich produziert Inhaberin Sabine Bonn in ihrem kleinen Ladenlokal in Mülheim jede Menge Nougat, Marzipanpralinen, Trüffel, Schokoladentafeln, aber auch üppige Torten, bunte Petit Fours und knusprige Florentiner. Ihre Kuvertüren bezieht sie aus Belgien und von einem Schokoladenhersteller aus Bonn. Außerdem benutzt Sabine Schokolade aus Kolumbien, die Fair Trade ist und deren Bauern geschult und betreut werden. Wer nicht nur naschen und kaufen möchte, sondern selbst mal Konditor spielen und Pralinen, Schokolade oder Torten herstellen möchte, für den bietet Sabine in ihrem Laden Workshops an.

Bonbonniere ist bis zum 3. August in der Sommerpause. Ab dem 4. August ist der Laden wieder wie gewohnt für euch da.

Nachdem ihr eure Taschen mit leckeren Pralinen für zu Hause gefüllt habt, müsst ihr der Wallstraße nur bis zum Ende der Straße folgen. Dort – im Limes – werdet ihr am Wochenende mit leckeren Waffeln versorgt.

8. Stopp: Kuchen auf die Hand

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© Sophie Franz Kaffee, Kuchen und Punkrock im Limes

Das Limes in Mülheim ist eine echte Kultkneipe, in der ihr entspannt am Tresen ein Bierchen trinken oder eine Runde Kickern könnt. Dazu stehen regelmäßig Punk-Konzerte auf dem Programm. Zudem zeigt sich die Eckkneipe immer wieder auch von ihrer süßen Seite, denn getreu dem Motto „Kaffee, Kuchen, Punkrock“ bekommt ihr hier regelmäßig Kaffee und Kuchen. Bei belgischen und veganen Waffeln und wöchentlich wechselnden Kuchen könnt ihr es euch gut gehen lassen. Während Corona wurde allerdings auf einen Fensterverkauf umgestellt, der aktuelle zwischen Freitag und Samstag läuft.

Im Limes gibt es momentan von Freitag bis Sonntag einen Fensterverkauf mit Kuchen und wechselnden Gerichten, Mittwochabends ist die Kneipe geöffnet und lädt zum Verweilen ein.

Wenn euch schon der etwas größere Hunger packt, ist die nächste Station die richtige für euch. Am Ende der Wallstraße biegt ihr dafür rechts auf die Mülheimer Freiheit und dann gleich wieder rechts auf die Keupstraße.

9. Stopp: Ein Abstecher zur Keupstraße

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© Pixabay Türkei-Feeling in der Keupstraße

Ein bisschen Türkei findet sich ja fast überall in Deutschland. So viel gebündeltes türkisches Flair wie auf der Keupstraße in Mülheim findet man allerdings nur selten. Hier gibt es fast ausschließlich türkische sowie kurdische Geschäfte und Restaurants, sodass diese Straße sogar überregional als Zentrum des Türkischen Geschäftslebens bekannt ist. Obst- und Gemüseläden, türkische Bäckereien, Schmuck, Brautmode – hier ist alles versammelt. Wer in diese Straße einbiegt, hat sofort das Gefühl, in Istanbul gelandet zu sein: die Gerüche, die Menschen und selbst die Sprache – hier erinnert alles an die Türkei. Für die Anreise müsst ihr in keinen Flieger steigen, sondern lediglich den Rhein überqueren – falls ihr nicht sowieso schon rechtsrheinisch befindet. Lecker essen gehen könnt ihr dann beispielsweise im Mevlana, wo es türkische Gerichte vom Holzkohlegrill gibt.

Hunger gestillt? Gut! Wenn ihr euch mit Döner, Baklava und Co. versorgt habt, dreht ihr wieder um und biegt auf dem Rückweg rechts in die Schanzenstraße. Das Schanzenviertel hält so einiges bereit – vor allem die Spielstätten des Schauspiel Köln, die leider gerade geschlossen sind. Ihr könnt euch trotzdem auf dem spannenden Industriegelände umsehen, unter der Woche gibt es in der Schanzenstraße außerdem leckeren Kaffee bei Van Dyck.

10. Stopp: Das Schanzenviertel erkunden

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© Christin Otto Carlswerk-Gelände: Grüne Oase, Schauspiel & Gastro

Theater-Fans kennen das Carlswerk-Gelände in Mülheim natürlich. Schließlich befindet sich hier die Hauptspielstätte des Schauspiel Köln. Auf insgesamt drei Bühnen – dem Depot 1, Depot 2 und der Grotte – bekommt ihr von Klassikern, Stücken der Gegenwart bis hin zum Festival ein buntes Kulturprogramm geboten. Ein Besuch lohnt sich aber längst nicht nur für Theatergänger*innen, denn der angeschlossene Carlsgarten ist eine wahre Oase. Inmitten all der Beete, die fleißige Großstadtgärtner*innen mit viel Liebe angelegt haben, könnt ihr bei einem kühlen Drink laue Abende genießen. Eignet sich das Wetter nicht zum Draußensitzen, könnt ihr natürlich auch ins Offenbach am Carlsgarten flüchten. Ohnehin ist es im Restaurant des Schauspiel Köln so schön, dass man gar nicht weiß, ob man nun lieber drinnen oder draußen sitzen will.

Die aktuellen Öffnungszeiten des Offenbach am Carlsgarten findet ihr hier. 

Zum Schluss geht es zurück Richtung Keupstraße – entweder immer geradeaus auf direktem Weg Richtung Rhein zurück oder ihr macht noch einen kleinen Schlenker über den Böcking-Park und landet schließlich wieder am Rhein.

11. Stopp: Durch Mülheims Gemütlichkeit nach Hause schlendern

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© Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius Mülheimer Ufer: Dörfliche Gemütlichkeit vor St. Clemens

Für viele Kölner liegt der entspannteste Teil des Rheinufers in Mülheim – nicht so voll wie im Rheinpark, nicht so touristisch wie in der Altstadt und nicht so abgelegen wie in Rodenkirchen. Hier könnt ihr nicht nur in Ruhe schlendern, sondern auch einen Abstecher zur Kirche St. Clemens machen. Dort blickt ihr gemeinsam mit der Statue des Heiligen Nepomuk auf den Rhein und genießt ein bisschen dörfliche Gemütlichkeit. Die Pfarrgemeinde St. Clemens ist es übrigens auch, die einmal im Jahr die sogenannte „Mülheimer Gottestracht“ veranstaltet. Mit der Schiffsprozession an Fronleichnam erinnert sich der Kölner Stadtteil Mülheim an seinen Ursprung als altes Rheinschiffer-Dörfchen.

Hier könnt ihr eure Mülheimtour gemütlich ausklingen lassen, euch nochmal ans Mülheimer Mäuerchen setzen und das Dorffeeling an der Kirche St. Clemens genießen. Und wer zurück auf die linke Rheinseite will, hat es nun auch nicht mehr weit zur Mülheimer Brücke oder zur Bahn am Wiener Platz.

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