Köln hakt nach: Warum trinken wir Kölsch aus 0,2-Liter-Gläsern?
In Köln begegnen uns immer wieder kuriose Dinge, die uns staunend oder fragend zurücklassen. In unserer Serie "Köln hakt nach" gehen wir darum Fragen, Phänomenen und kuriosen Geschichten aus Köln auf den Grund. Auch ihr habt etwas entdeckt? Dann schickt uns eure Fragen!
Ob’s schon mal biertrinkende Tourist*innen in Köln gab, die sich nicht über unsere Biergröße lustig gemacht haben? Vermutlich nicht. Ja, Köln wird häufiger wegen seiner kleinen Gläser belächelt, die andere spöttisch als "Reagenzgläser" bezeichnen. Doch wir lieben unsere Kölschstangen – schließlich ist so ein handliches Kölsch bei jeder Gelegenheit schnell getrunken.
Doch was ist denn nun wirklich der Grund, dass Kölsch in Köln fast immer in kleinen 0,2-Liter-Gläsern ausgeschenkt wird? Die Antwort lautet: Damit es nicht so schnell schal wird. Kölsch hat nämlich einen geringen CO2-Gehalt und einen nicht ganz so stabilen Bierschaum.
Damit der Schaum nicht sofort in sich zusammenfällt, ist die Glaswahl entscheidend. Es gilt nämlich: Je größer die Öffnung eines Glases, desto schneller entweicht die Kohlensäure. Da ein Kölsch kaum Kohlensäure hat, wäre der Schaum bei einem größeren Glas also ziemlich schnell fott. Und was wäre bitte ein Bier ohne Schaum?
Ein kleineres Glas hingegen hat geringeren Luftkontakt, was wiederum den Verlust von CO2 verringert. Dadurch bleibt der Bierschaum bei Gläsern mit einer kleineren Öffnung länger stehen – und so schmeckt unser Kölsch länger frisch. Wir bestellen also weiter unsere "schnuckeligen" Kölschstangen – und manchmal auch direkt einen ganzen Kranz.