11 Orte in Köln, wo ihr nachhaltig einkaufen könnt

Tonnenweise Plastikmüll, ausufernde Lebensmittelverschwendung, ausbeuterische Textilfirmen und endlose Transportwege: Für alle, die im Alltag ein bisschen bewusster leben und einkaufen wollen, gibt es in Köln viele Möglichkeiten, genau das zu tun. Obst und Gemüse vom Bauern aus der Region, Second-Hand-Märkte und Zero Waste Geschäfte sind da nur einige Beispiele. Wir haben 11 Orte für euch herausgesucht, wo ihr nachhaltig einkaufen könnt.

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© Christin Otto migori – verpackungsfrei in der Südstadt

Kölns neuesten und auch größten Unverpackt-Laden findet ihr seit 2018 in der Südstadt. Im migori an der Bonner Straße könnt ihr ganz ohne überflüssige Einwegverpackungen einkaufen – und dabei auf ein großes Sortiment zurückgreifen. Egal, ob Gewürze, Getreide, Obst und Gemüse, Süßes, Milch, Öle oder Aufstriche – ein Großteil der Lebensmitteleinkäufe lässt sich hier problemlos erledigen. Neben Produkten lokaler Produzenten gibt es Brot, Getränke und Haushaltsartikel. Eure Behälter könnt ihr selbst mitbringen oder vor Ort kaufen. Nach dem Einkauf könnt ihr euch sogar noch auf einen Kaffee niederlassen und euch darüber freuen, dass auch ihr etwas dagegen getan habt, dass hierzulande jedes Jahr über 16 Millionen Tonnen Verpackungen in den Müll wandern.

  • migori - verpackungsfrei einkaufen
  • Bonner Str. 66, 50677 Köln
  • Montag – Mittwoch: 10 – 18.30 Uhr, Donnerstag – Freitag: 10 – 20 Uhr, Samstag: 10 – 16 Uhr
  • Mehr Info
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© Christin Otto Veedelskrämer – Unverpackt einkaufen in Ehrenfeld

Auch in Ehrenfeld ist es möglich – das verpackungsfreie Einkaufen. 2017 haben Ivana und Bettina ihren Laden "Veedelskrämer" an der Körnerstraße in Ehrenfeld eröffnet. Obwohl das Geschäft nicht besonders groß ist, findet ihr hier von Küchenutensilien, Getreide, Reis und Nudeln bis hin zu Seifen, Zahnbürsten und Bambus-Klopapier alles Mögliche. Auch kleine Kölner Manufakturen bieten ihre Waren an – darunter Chutneys, Pesto und Honig. Selbstverständlich alles in wiederbefüllbaren Gläsern. Seit August 2018 gibt es übrigens auch eine zweite Filiale im Untergeschoss der Markthalle im Belgischen Viertel.

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© Pixabay Tante Olga – Zero Waste in Sülz und Nippes

2016 hat Olga – die Autorin von „Ein Leben ohne Müll – Mein Weg mit Zero Waste“ – gemeinsam mit ihrem Mann Gregor Kölns ersten Unverpackt-Laden eröffnet. Inzwischen, seit Februar 2019, gibt es sogar einen zweiten Tante-Olga-Laden – und zwar in Nippes an der Viersener Straße 6. Der überwiegende Teil der Waren ist nicht nur verpackungsfrei, sondern auch aus kontrolliert biologischem Anbau. Einzelne Produkte sind Bioland oder Naturland, die Tierprodukte sind Demeter zertifiziert. Dienstags, donnerstags und samstags gibt es bei Tante Olga in Sülz frische Backwaren vom DLS Biobäcker aus Hennef. Auch glutenfreies Brot könnt ihr hier vorbestellen.

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© Jana Ludwig Liebe auf den zweiten Blick im The Good Food

Krummes Gemüse und abgelaufene Lebensmittel, die noch problemlos gegessen werden können, bringt The Good Food unters Volk – und zwar nach einem ganz besonderem Prinzip: In dem kleinen Laden an der Venloer Straße bezahlst du das, was die Dinge in deinem Korb dir Wert sind. Dadurch kannst du nicht nur günstig einkaufen – du hilfst auch, Essbares vor dem Müll zu retten. Gründerin Nicole und ihre Helfer holen von den Feldern im Kölner Umland, was sonst untergepflügt würde: zu kleine Kartoffeln, zu krumme Möhren, zu dicke Spargelstangen, dies und das ,von dem zu viel zu gewachsen ist. Damit ist das Gemüse vielleicht nicht immer das schönste, frisch geerntet ist es dennoch.

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© Christin Otto Kaufen und Verkaufen auf dem Stadtflohmarkt am Unicenter

Immer wieder samstags wird der Universitätsparkplatz neben dem Unicenter zum Treffpunkt für Trödelhändler und Schnäppchenjäger. Klamotten, Antikes, Fährräder und viele andere Sachen werden hier angeboten. Wer sich gerade neu einrichtet, der kann hier auch das ein oder andere schöne Teil für die neue Wohnung kaufen – das ist oft nicht nur günstiger, sondern vor allem nachhaltiger als die Shoppingtour im Möbelhaus. Natürlich könnt ihr auf dem Stadtflohmarkt nicht nur auf die Suche nach alten Schätzchen gehen, sondern auch selbst eure ausrangierten Waren an den Mann oder die Frau bringen. Trödeln statt Wegwerfen eben. Ein vier Meter langer Standplatz kostet 39 Euro – zuzüglich einer Müllkaution.

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© Christin Otto Leihen statt Kaufen in der Kleiderei

Warum ständig neue Klamotten kaufen, die ihr sowieso nicht lange tragt, wenn ihr eure Sachen auch leihen könnt? Das haben sich wohl auch Thekla und Pola aus Hamburg gedacht und die Kleiderei gegründet, die es inzwischen auch in Köln gibt. In dem bunten Laden in Ehrenfeld könnt ihr eure Lieblingsstyles gegen einen Monatsbeitrag in Höhe von 25 Euro einfach ausleihen und gegen immer neue Outfits austauschen. Das Sortiment setzt sich zusammen aus exklusiven Kooperationen mit Designern, ausgewählten Vintage-Teilen und Second-Hand-Stücken, die ihr übrigens nicht ausschließlich leihen, sondern auch kaufen könnt.

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© Christin Otto Bio-Produkte bei Hulc

Wer Bio einkauft, wird Hulc kennen – schließlich wurde der kleine Laden im Belgischen Viertel 2017 zum besten Bio-Laden des Jahres gewählt. Hier findet ihr Lebensmittel aus kontrolliert biologischem oder biologisch-dynamischem Anbau – unbelastet und gentechnikfrei. Neben Obst und Gemüse von kleinen Bio-Bauernhöfen aus dem Umland gibt es leckeren Käse sowie Brot und Gebäck von heimischen Bäckern. Veganen Schleckermäulchen empfehlen wir den Brownie. Zudem soll hier Kölns größte Auswahl an Makrobiotik und Spezialitäten für die vegane, vegetarische und 5-Elemente-Küche zu finden sein.

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© Christin Otto Second-Hand-Markt im Emmaus

Egal, ob Blumentopf, Möbel, Backform, Bücher oder Klamotten – im Second-Hand-Sozialkaufhaus von Emmaus findet ihr alles Mögliche. Darunter auch oft ausrangierte Schätzchen, die ihr hier für kleines Geld erstehen könnt. Pünktlich zu Karneval gibt es sogar Kostüme zu ergattern. Das ist nicht nur nachhaltiger als ein Neukauf – ihr unterstützt mit eurem Einkauf auch die Arbeit von Emmaus. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaft, die sich für sozial Schwache einsetzt.

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© Pixabay Direkt vom Erzeuger bei den Marktschwärmern

Für alle, die wissen wollen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie produziert wurden, sind die Marktschwärmereien – ein Direktvermarktungsmodell – die perfekte Anlaufstelle. Dabei bieten Produzenten aus der Region ihre Waren online an. Ihr könnt euch aussuchen, was ihr braucht und das Ganze dann in Köln abholen. Am Abholort habt ihr auch die Gelegenheit, die Produzenten hinter den Produkten zu treffen – dann könnt Fragen zu Anbau, Herstellung, Zutaten oder zur Unternehmensphilosophie stellen. Dazu gibt es dann auch noch das ein oder andere Glas Wein, frisches Brot, Dips und vieles mehr. Eine tolle Idee, um die regionale Landwirtschaft zu unterstützen – und die ist inzwischen schon an drei Kölner Standorten vertreten: In der Südstadt könnt ihr die Waren immer donnerstags an der Bonner Straße abholen, in Ehrenfeld wird ebenfalls donnerstags im EVA an der Herbrandstraße verteilt und in Sülz kommen Einkäufer und Händler dienstags an der Königswinter Straße zusammen.

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© Christin Otto Kaffeetrinken für die Kogi-Indianer

Vor 500 Jahren, als Columbus nach Südamerika kam, gab es dort noch die Maya, Azteken und Inka. Heute hat nur das Volk der Kogi-Indianer überlebt – und selbst deren Kultur und heilige Stätten sind inzwischen bedroht. Ein Kölner hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese Zerstörung zu verhindern – indem er hilft, deren kolumbianischen Kaffee zu vermarkten. Die Einnahmen daraus sollen dem Volk helfen, das Land zurückzukaufen, das ihnen von Siedlern genommen wurde. Kaufen und trinken könnt ihr den direkt und fair gehandelten Kaffee im Café Kogi in der Innenstadt – und das punktet mit einem zauberhaften Hinterhof, in dem die Kaffeepause doppelt Spaß macht.

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© Christin Otto Eco-Fashion bei Fairfitters

Wer mit Second-Hand-Mode beim besten Willen nichts anfangen kann, für den gibt es nachhaltige Mode natürlich auch in neu. Zum Beispiel bei Fairfitters im Belgischen Viertel. Hier findet ihr stylische Mode, Schuhe sowie Accessoires für Männer und Frauen. Was hier verkauft wird, ist fair und nachhaltig produziert und wird ausschließlich unter ethisch korrekten Bedingungen hergestellt. Zudem achtet Fairfitters bei  der Auswahl der Labels darauf, dass diese umweltgerecht und ökologisch korrekt arbeiten.

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