Das Köln-ABC: E wie Elfter im Elften

Köln ist wunderbar – und manchmal auch ein bisschen nervig. Wir lieben den Rhein, Karneval, Kölsch und unser Herz schlägt höher, wenn wir den Dom sehen. Wenn genau diese Sachen dich an Köln verzaubern und du gleichzeitig über die KVB fluchst und dich der Stau auf den Ringen zur Weißglut treibt, bist du hier genau richtig. In unserem Köln-ABC gibt es Köln von A bis Z, von vorne bis hinten und mit allem, was dazu gehört – egal, ob wir es nun gerade feiern oder verfluchen.

Es ist das Lieblingsdatum der Kölner: Der 11.11. Denn pünktlich um 11.11 Uhr  beginnt die fünfte Jahreszeit: Der Karneval. Aber warum eigentlich die Zahl elf, an der alles hängt? Begründet wird das mit verschiedenen Mythen. Die Zahl elf gilt als närrische Zahl, sie liegt zwischen der christlichen Zahl zehn und der Zahl zwölf, die oft für Vollkommenheit steht. Die elf dagegen hat keine höhere Bedeutung und wirkt neben den zwei anderen eher banal. Außerdem hatten viele Gremien im 19. Jahrhundert zehn oder zwölf Mitglieder, der Elferrat zog mit seiner Mitgliederzahl somit die damaligen Strukturen ins Lächerliche.

Am 11.11. ist alles egal, dann trinken Darth Vader und Obi-Wan Kenobi genüsslich ein Kölsch und der Pfarrer küsst die Krankenschwester, ohne dass die katholische Kirche was dagegen hat. 

Aber genug Geschichte, kommen wir lieber zur Lieblingszeit aller Kölner, denn auch, wenn es bis zur eigentlichen Karnevalszeit dann noch ein bisschen Wartezeit ist, hält das keinen davon ab, den 11.11. schon mal gebührend zu feiern. Und mal ehrlich, auf der Welt gibt es keinen besseren Ort als die Domstadt, wenn es um Karneval geht. 

Morgens geht es los an dem Tag, an dem selbst Langschläfer und Morgenmuffel kein Problem damit haben, sich aus dem Bett und ins Kostüm zu schwingen. Dann ab zu den Freunden mit Mett und Kölsch. Auf dem Weg begegnen einem in der KVB alle Tiere des Waldes, Disney-Prinzessinnen und jede Menge SWAT-Polizisten – mit allen wird angestoßen und keiner stört sich darüber, dass laute Musik abgespielt wird. Am 11.11. ist alles egal, dann trinken Darth Vader und Obi-Wan Kenobi genüsslich ein Kölsch und der Pfarrer küsst die Krankenschwester, ohne dass die katholische Kirche was dagegen hat. 

Dann heißt es abkalken und nie mehr Fastelovend ohne dich in der Stadt Met K – dafür jitt et kei Wood.

Der Countdown bis 11.11 Uhr wird runter gezählt wie an Silvester, vielleicht noch etwas euphorischer. Und dann sind alle Jecken endgültig aus dem Häuschen. Cat Ballou, Kasalla, Brings und Querbeat dröhnen links- und rechtsrheinisch über die Lautsprecher, dann heißt es abkalken und nie mehr Fastelovend ohne dich in der Stadt Met K – dafür jitt et kei Wood.

Gerne wird darüber diskutiert, wo der wahre Karneval stattfindet, dass man dafür in die Südstadt muss oder einfach am besten zu Hause mit Freunden die Saison-Eröffnung feiert. Manch einer geht dann aber doch ins Kwartier Latäng, verliert seine Gruppe auf der Zülpicher und findet sofort wieder eine neue. Kann man verurteilen, muss man aber nicht. Denn wie heißt es so schön: Levve un levve losse, vor allem am 11.11.

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