Five Guys in Köln – was ist dran am Hype?

© Christin Otto

Auf diese Eröffnung haben viele Kölner Foodies lange hingefiebert: Five Guys. Vor fünf Wochen hat die US-Burgerkette ihre Filiale an der Schildergasse eröffnet und seitdem sieht man dort vor allem eines: lange Warteschlangen. Beobachter*innen drängt sich damit vor allem eine Frage auf: Was steckt hinter dem Hype?

Wir haben uns auf die Suche nach Antworten begeben und selbst getestet. Doch bevor wir euch verraten, was dabei herausgekommen ist, erklären wir euch kurz das Konzept: Die US-amerikanische Fast-Food-Kette ist dafür bekannt, dass sich Kund*innen ihren Burger selbst zusammenbauen können – und dabei haben sie die Wahl zwischen sage und schreibe 15 verschiedenen Toppings, die bereits im Preis inbegriffen sind. Dazu gibt es krosse Fries und abgefahrene Drinks wie den Bacon Milkshake. Jetzt aber endlich zu unserem Test:

© Five Guys

Was wir gegessen haben

Mit dem Bacon Cheeseburger haben wir uns den teuersten Burger (9,95 Euro) von der Karte gegönnt und einmal "All the way" bestellt – das bedeutet, dass es automatisch das volle Programm aus Salat, Gewürzgurken, Tomaten, gegrillten Zwiebeln, gegrillten Champignons, Ketchup, Mayo und Senf auf euren Burger gibt. Das erspart das einzelne Aufzählen sämtlicher Wunsch-Toppings. Ergänzen könnt ihr aber auch noch Relish, Jalapenos, grüne Paprika und verschiedene Saucen. Dazu haben wir die Fritten genommen – einmal normal mit Salz im Five Guys Style und einmal mit schärferer Würzung im Cajun Style. Gegen den Durst gab's einen Softdrink aus dem Getränkeautomaten.

Geschmacksurteil: der Burger

Was uns super gefallen hat: Die Rindfleisch-Patties kommen nicht aus der Tiefkühltruhe, sondern werden frisch gemacht – das schmeckt man, denn sie sind schön saftig. Extra Toppings wie die Pilze machen die Burger zu etwas Besonderem – zumindest wenn man sie mit denen anderer Fast-Food-Ketten vergleicht. Das Burger-Bun ist sehr soft und verwandelt sich beim Essen immer mehr in eine dünne Teigschicht – das ist sehr amerikanisch, muss man aber mögen. Da wir keine Fans mächtiger und fester Buns sind, hat uns der American Style gut gefallen und uns geschmacklich zurück in den USA-Urlaub gebeamt.

Was uns nicht so gut gefallen hat: Der Burger wird in Alufolie eingewickelt, was nicht besonders umweltfreundlich ist. Außerdem gibt es kein Veggie-Pattie, sondern nur Veggie-Sandwiches, was uns nicht wirklich zeitgemäß erscheint. Der Bacon Cheeseburger ist mit zwei Patties plus Bacon, Käse und Toppings echt mächtig und eine Herausforderung für alle ohne Froschmaul. Das nächste Mal würden wir uns für einen kleineren und damit auch günstigeren Burger entscheiden.

© Christin Otto

Geschmacksurteil: die Fritten

Was uns super gefallen hat: Die Fritten werden ebenfalls frisch zubereitet und mit Schale gestanzt. Da die Five Guys Fries immer wieder von Foodies gefeiert werden, waren unsere Erwartungen hoch – und wurden nicht enttäuscht. Schön kross und lecker. Außerdem sind die Portionen großzügig – zum Burger reicht eine kleine Portion völlig.

Was uns nicht so gut gefallen hat: Die Fritten im Cajun Style sind zwar lecker, aber doch so intensiv gewürzt, dass das Ganze schnell zum Overkill wird. Unser Tipp: Bestellt euch zu zweit von jeder Sorte eine Portion und teilt dann.

Geschmacksurteil: die Drinks

Was uns super gefallen hat: Wer einmal vor dem Getränkeautomat von Five Guys stand, der will nur eines: So ein Teil in der eigenen Wohnung stehen haben. Mehr als 100 Getränkekombis spuckt dieses Gerät aus – darunter ausgefallene Sorten wie Cherry Coke mit Vanille light. Oh Lord! Außerdem gibt's – wenn der Lockdown dann denn endlich mal vorbei ist und man wieder vor Ort essen kann – free Refills wie in den USA. Wir sind begeistert und haben hier nichts zu kritisieren. Weil wir mit Burger und Fritten schon genug Kalorien auf dem Tablett hatten, haben wir es nicht mehr geschafft, den ausgefallenen Bacon Milkshake zu probieren – wir haben uns aber sagen lassen, dass der besser schmeckt als er klingt.

© Christin Otto

Was Five Guys zu unserer Kritik und unseren Fragen sagt

Wir haben uns mit ein paar offenen Fragen und den genannten Kritikpunkten an Five Guys gewandt – und Antworten bekommen, die wir hier mit euch teilen wollen.

Woher bezieht Five Guys sein Fleisch, inwieweit ist Tierwohl dabei wichtig?
Qualität und Frische haben für uns oberste Priorität. Das betrifft alle Lebensmittel, vom Fleisch über das Gemüse bis hin zu den Früchten für die Milchshakes. Unser Fleisch beziehen wir daher aktuell von Bauernhöfen aus Irland. Da wir bei Five Guys so hohe Qualitätsansprüche an unser Fleisch stellen, kommen zum Beispiel nur ein Prozent der in Europa zur Verfügung stehenden Fleischproduktion für Five Guys in Frage.

Woher bezieht Five Guys die übrigen Zutaten wie die Kartoffeln für die Pommes oder die Pilze fürs Topping?
Wir versuchen, möglichst viele regionale Produkte zu verwenden. Unsere Gäste können das an den aushängenden Schildern in den jeweiligen Stores erkennen. Auf diesen steht zum Beispiel, woher die Kartoffeln am jeweiligen Tag stammen. Auch die Buns für die Burger werden in Deutschland in einer Bäckerei in Erlangen hergestellt. Diese ist übrigens ebenfalls ein alteingesessenes Familienunternehmen. Tiefkühler suchen Gäste bei Five Guys ebenso vergeblich wie Dosenöffner oder Mikrowellen. Wir beziehen jeden Tag frische Ware, die wir durch smarte Planung und Prozesse sehr zeitnah zu unseren frischen Burgern und Fries verarbeiten.

Warum gibt es kein Veggie-Patty und damit keinen Veggie-Burger?
Vegetarier*innen und diejenigen, die auf Fleisch verzichten möchten, können auf ein Grilled Cheese Sandwich zurückgreifen. Zudem haben wir ein weiteres vegetarisches Sandwich mit Salat auf unserer Menükarte. Ein Veggie-Patty gibt es aktuell nicht bei Five Guys, da wir noch kein Produkt gefunden haben, das unseren hohen Ansprüchen entspricht. Hier arbeiten wir aber dran, da wir die steigende Nachfrage natürlich auch beobachten.

Warum werden die Burger in Alufolie eingepackt, die nachweislich nicht besonders umweltfreundlich ist? Inwieweit ist Verpackunsgmüll für Five Guys überhaupt ein Thema?
Die Alufolie sorgt dafür, dass unsere Burger in der Zeit bis zum Verzehr ihre Qualität beibehalten. So stellt die Alufolie sicher, dass unsere Burger warm und in Form gehalten werden. Bei konventionellen Papierschachtel-Lösungen kann der heiße Burger leicht auseinander fallen und die Verpackung aufweichen. Aus Gründen der Produktqualität kann daher nicht auf die Verwendung von Alufolie verzichtet werden, allerdings hat Five Guys bereits entsprechende Recyclingmöglichkeiten für die Alufolie geschaffen. Generell legen wir großen Wert darauf, die Abfallmenge und den Ressourcenverbrauch unserer Restaurants zu minimieren, um unseren Gästen ein optimales Erlebnis zu ermöglichen. Aus diesem Grund arbeiten wir auch kontinuierlich an der Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette und haben zum Beispiel schon unsere Plastikstrohhalme und Schälchen für Ketchup und Mayo durch Alternativen ersetzt.

Wieso werden die Pommes in Erdnussöl frittiert? 
Die Fries werden bei uns in qualitativ hochwertigem Erdnussöl frittiert, das über einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren verfügt. Darüber hinaus sorgt es für einen besonders guten Geschmack bei den Fries.

© Christin Otto

Unser Fazit

Unser Fazit ganz kurz gefasst wäre: "Ist das geiles Essen? Nein. Ist es geiles Junk Food? Ja!" Heißt also: Wer sich wirklich gutes Essen gönnen will, der geht natürlich nicht zu Five Guys, sondern bestellt was Gesundes in einem lokalen Restaurant. Aber es gibt diese Momente, da will man es schnell und schmutzig – oder in diesem Fall: deftig und fettig. Wenn man dann auch noch auf Burger wie in Amerika steht, dann ist Five Guys die richtige Adresse. Klar ist aber auch: Preislich liegen die Burger nicht allzu weit von lokalen Burger-Schmieden wie Beef Brothers, Fette Kuh und Co. entfernt – und dort unterstützt ihr lokale Unternehmen.

Die News

Die Schlange vor Five Guys könnte bald etwas kürzer werden, denn in Zukunft können sich die Five-Guys-Fans auf zwei Filialen verteilen. Am Wallraffplatz, wo früher Vapiano war, soll nämlich schon bald ein zweiter Five Guys eröffnen.

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