Flaniervergnügen: Ein Spaziergang durchs Agnesviertel

Unser Hätz schlägt fürs Agnesviertel. Kein Wunder – denn das Veedel imponiert mit schönen Altbauten, hübschen Läden, tollen Büdchen, schnuckeligen Cafés und der Nähe zum Rhein. All die vielen Anlaufpunkte lassen sich bestens zu einem ausgiebigen Spaziergang verbinden. Falls ihr das Veedel noch nicht so gut kennt, umso besser. Und selbst wenn ihr jede Straße schon mal auf- und abgegangen seid, ist in unseren Tipps vielleicht noch etwas dabei, was ihr noch kennt. Also lasst uns gemeinsam das Agnesviertel unsicher machen!

Obacht: Aufgrund von Corona wechseln die Öffnungszeiten gerade häufig, schaut vorher am besten auf den jeweiligen Websites und Social Media Kanälen nach. Und eh klar: Maske nicht vergessen und Abstand halten und die aktuellen Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen beachten. Merci!

Wir beginnen unsere kleine Agnesviertel-Tour im Zentrum des Veedels: An der Neusser Straße. Bei épi könnt ihr euch mit einem Croissant und einem Kaffee to go eindecken.

1. STOPP: CROISSANT TO GO

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© Christin Otto Französische Brote und erlesene Patisserie im épi

2008 hat épi seine erste Filiale im Kölner Agnesviertel eröffnet. Seither steht die Bäckerei, die sich als Boulangerie-Patisserie versteht und inzwischen vier Standorte in Köln zählt, für französisch-charmantes Flair und französische Backkunst. Hier bekommt ihr Croissants, knusprige Baguettes, kräftige Landbrote, aber auch erlesene Patisserie von Eclairs über Tartelettes bis hin zu Macarons. Wer all das nicht zu Hause, sondern direkt vor Ort vernaschen will, sucht sich einfach ein gemütliches Plätzchen im epí und bestellt dazu einen leckeren Cappuccino oder Kaffee. Der épi-Bio-Hauskaffee wird exklusiv in kleinen Mengen von Hand in Köln trommelgeröstet.

Richtung Norden geht es weiter ins Herz des Veedels: zur Agneskirche. Auf dem Neusser Platz vor der Kirche könnt ihr erstmal in Ruhe frühstücken und das Geschehen im Veedel beobachten.

2. STOPP: EIN NEUES BUCH

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© Nicola Dreksler Neues Lieblingsbuch aus dem Bücherschrank im Agnesviertel

Das Agnesviertel ist aus dem Häuschen, denn erst vor Kurzem ist ein neuer Bücherschrank ins Veedel gezogen. Und der steht natürlich im Epizentrum: mitten auf dem Neusser Platz, in unmittelbarer Büdchennähe. Bestens ausgestattet, zeitgemäß und immer randvoll – dass Bücherschränke richtig gut funktionieren können, wird hier bewiesen. Auch Kinder- und Jugendliteratur findet ihren Platz. Manchmal sind die Bücher aber auch nebensächlich – am 6. Dezember wurde der Bücherschrank zum Beispiel von fleißigen Veedelsbewohner*innen mit jeder Menge Nikoläuse gefüllt.

Fündig geworden? Perfekt, dann geht's nun weiter auf die schöne Weißenburgstraße. Neben prächtigen Altbauten hält die Straße das ein oder ander Fundstück bereit, das die Veedelsbewohner*innen gerne mal aussortieren und auf den Bänken platzieren – Ausschau halten lohnt sich also.

Am Reichenspergerplatz führt uns unser Spaziergang quer über die Riehler Straße, entlang der Wörthstraße an den Rhein. Richtung Süden stoßt ihr auf die Bastei.

3. STOPP: AB AN DEN RHEIN

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© Nicola Dreksler Ein Hauch von Urlaub am Rhein an der Bastei

Fernab des Trubels geht es am Rhein – auf der Höhe der Bastei – ruhiger zu als beispielsweise am Rheinufer in der Altstadt. Hier könnt ihr abschalten und die Möwen und Schiffe beobachten. Gegenüber – auf der Schäl Sick – befindet sich übrigens der Rheinpark. Hier am Rhein fühlt es sich fast schon wie Urlaub an oder?

Nach unserer kleinen Pause am Rhein geht es nun über den Theodor-Heuss-Ring durch den gleichnamigen Park Richtung Ebertplatz. Mitten auf dem Platz wartet nämlich ein ganz besonderes Highlight auf euch:

4. STOPP: FOTOSTREIFEN FÜR DIE EWIGKEIT

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© Nicola Dreksler Fotoautomat: Analoge Erinnerungen schaffen

Dank des Projekts "Unser Ebertplatz" ist der Platz zwischen Agnesviertel und Eigelstein nicht nur um Schachtische, Kunst und Kultur, einen sprudelnden Brunnen im Sommer und einen Gastro-Container, sondern auch um einen Fotoautomaten reicher. Perfekt, um einen Moment festzuhalten und analoge Erinnerungen zu schaffen. Fotoautomaten sind in Köln übrigens sehr rar – umso schöner, dass wir hier nun Schnappschüsse machen können, die wir nicht mit einem Klick wieder löschen können.

Mit einer neuen Erinnerung im Gepäck geht es über die Sudermanstraße zum King Georg Büdchen.

5. STOPP: ERFRISCHUNG AM BÜDCHEN

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© Matze Hielscher Das King Georg Büdchen – das Büdchen zum Club

Dass sich ein Club ein eigenes Büdchen gönnt, kommt auch nicht aller Tage vor. Das King Georg am Ebertplatz hat aber genau das getan und betreibt nun schon seit einer Weile vor dem Eingang zur Bar einen eigenen Kiosk. Neben Kaffee aus Bohnen der Ernst Kaffeerösterei gibt es Schallplatten, Shirts, Magazine und Bücher. Das Büdchen ist täglich von 10 bis 20 Uhr für euch da. An lauen Sommerabenden werden am King Georg Büdchen hin und wieder auch mal DJ-Sets gespielt.

Falls ihr eure Tour an einem Dienstag oder Freitag macht, empfehlen wir euch, einen Abstecher zum Sudermanplatz zu machen – jeweils von 7 bis 13 Uhr ist hier nämlich Markt.

6. STOPP: FRISCHES OBST & GEMÜSE

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© Rheinisches Bildarchiv Köln/Britta Schlier Klein, aber fein – der Wochenmarkt am Sudermanplatz

Auf dem kleinen, aber äußerst feinen Wochenmarkt am Sudermanplatz im Agnesviertel bekommt ihr alles, was das frische Heißhungerherz begehrt – und das auch noch in schöner und nicht zu überfüllter Atmosphäre. Die Stände halten Fisch und Fleisch, Obst und Gemüse, Wurst und Käse, Eier und Blumen bereit – alles saisonal und frisch versteht sich. Also, nichts wie hin!

Über die Melchiorstraße gelangt ihr zur Alten Feuerwache, die sich auf der linken Seite befindet. Aktuell sammelt die Alte Feuerwache Stimmen der Pandemie und fragt die Veedelsbewohner*innen auf einem Plakat am Eingang: "Stell dir vor, Corona ist vorbei, was machst du als Erstes?". In dem Innenhof der Alten Feuerwache könnt ihr die Seele baumeln lassen.

7. STOPP: IM INNENHOF ABHÄNGEN

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© Christin Otto Auf der Terrasse vom Lokal Alte Feuerwache entspannen

Nachdem die Feuerwehr ihre Hauptwache im Agnesviertel verlassen hatte, sollte das Gebäude Mitte der 70er Jahre eigentlich abgerissen werden. Doch die Bürger wehrten sich – mit dem Ergebnis, dass in dem wunderschönen Backsteinbau heute nicht nur ein Bürgerzentrum, sondern auch ein Restaurant beheimatet ist – das Lokal Alte Feuerwache. Beliebt ist das vor allem wegen seiner üppigen Frühstücksauswahl, aber auch sonst bekommt man hier gutes Essen zu fairen Preisen. Im Innenhof, wo an Wochenenden regelmäßig der beliebte Flohmarkt Alte Feuerwache stattfindet, kann man bei schönem Wetter herrlich ein Bierchen auf der Terrasse trinken.

Seid ihr mittlerweile hungrig? Wie gut, dass das Agnesviertel so viele Essensoptionen für euch bereithält. Falls ihr Lust auf Flammkuchen habt, führt euch euer Weg rechts in die Balthasarstraße, in der sich wunderschöne Altbauten befinden. Auf der Neusser Straße biegt ihr links ab und gelangt zu Feuer & Flamme.

8. STOPP: FLAMMKUCHEN AUF DIE HAND

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© Feuer & Flamme Flammkuchen, Kaffee und Schaukeln im Feuer & Flamme

Leckere Flammkuchen – frisch belegt mit Zutaten, die den Elsässer Klassiker mit Speck und Zwiebeln alt aussehen lassen – bekommt ihr bei Feuer & Flamme im Agnesviertel. Zwar gibt es die Mutter aller Flammkuchen in leicht abgewandelter Form auch hier. Spannender sind allerdings die übrigen Kombinationen: Cheddar-Pastinake-Salbei, Spinat-Wildlachs-Meerrettich oder Sardine-Olive-Parmesan zum Beispiel. Die könnt ihr entweder mit klassischem Weizen-Boden oder auch mit Bio-Dinkel-Vollkornteig bestellen. Damit es garantiert nie langweilig wird, gibt es außerdem aller zwei Wochen ein neues Special.

Auf das Schaukeln müsst ihr aktuell zwar verzichten, aber ihr könnt euch einen Flammkuchen to go mitnehmen und ihn in einer der schönen Seitenstraßen essen.

Auch das Agnesviertel glänzt mit hübschen kleinen Lädchen. Wenn ihr die Neusser Straße Richtung Norden lauft, gelangt ihr zu dem schönen Concept Store No. 59.

9. STOPP: WINDOWSHOPPING

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© Christin Otto Mode und Design im No.59 Concept Store Cologne

Egal, ob ihr nun auf der Suche nach einem neuen Kleid oder einem Geschenk für die beste Freundin seid – im No.59 Concept Store findet ihr beides. In dem Laden im Agnesviertel treffen nämlich ausgewählte Produkte aus den Bereichen Fashion und Interior aufeinander. Gründerin Nicolette Rosin kauft für ihren Store Designs aus ganz Europa ein, wobei sie Wert auf eine Mischung aus bekannten Labels und unbekannten Newcomern legt. Hier schlägt das Shopping-Herz definitiv höher.

Während des Lockdowns ist der schöne Concept Store natürlich geschlossen – falls ihr euch beim Windowshopping aber kurzerhand unsterblich in ein Teil verliebt, könnt ihr es online bestellen und abholen oder aber zu euch nach Hause liefern lassen.

Nach unserer bisherigen Tour wird es mal wieder Zeit für eine Ladung Koffein. Zwei Häuser neben dem No.59 Conceptstore befindet sich glücklicherweise die Coffee Gang.

10. STOPP: KOFFEIN-STÄRKUNG

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© Christin Otto Cheesecake und Kaffee bei The Coffee Gang im Agnesviertel

So manch*e Kölner*in schwört: Der Cheesecake bei The Coffee Gang ist der beste der Stadt. Fest steht jedenfalls, dass dieser Käsekuchen nach amerikanischem Vorbild tatsächlich ganz hervorragend schmeckt. Hausgemacht, cremig und mit Knusperboden. Vom Feinsten ist aber nicht nur der Kuchen, sondern auch der Kaffee. Ein Besuch bei The Coffee Gang im Agnesviertel – oder auch in der ersten Filiale am Hohenstaufenring – lohnt in jedem Fall.

Mit Kaffee und Kuchen könnt ihr das Flaniervergnügen im Grünen ausklingen lassen. Hierfür lauft ihr die Neusser Straße weiter Richtung Norden hoch, rechts vorbei an der Agneskirche und biegt rechts in den Neusser Wall ein. Auf der linken Seite stoßt ihr dann auf das FORT X.

Der Rosengarten ist noch bis zum 30. April geschlossen, aber auch der Rest des Parks ist einen Spaziergang wert. 

11. STOPP: ENTSPANNUNG IM FORT X

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© Nicola Dreksler Grüne Oase im Agnesviertel: Fort X

Versteckt im Kölner Norden, nahe der Haltestelle Reichensperger Platz, befindet sich eine der ursprünglich elf linksrheinisch angelegten Festungsanlagen Kölns, das Fort X. Die denkmalgeschützte Anlage allein ist schon Grund zum Besuch, was viele aber nicht wissen: Auf dem Dach befindet sich ein versteckter Rosengarten, der nach seiner Rekonstruktion im Jahr 2013 auf einer Fläche von 98 Hektar etwa 2000 Rosen aus über 70 verschiedenen Sorten beherbergt.

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