11 kleine, gute Dinge, die du immer in Köln machen kannst

Mal was Gutes tun, sich engagieren – das klingt immer erst einmal nach viel Arbeit. Wer aber einem Draussenseiter-Verkäufer im Vorbeigehen ein Heft abkauft oder nach der Arbeit noch schnell krummes Gemüse oder angelaufenes Essen vor dem Müll rettet, der weiß: Ein gutes Gefühl ist weder teuer noch aufwendig. Also haben wir einfach mal elf Dinge gesammelt, die ihr immer wie nebenbei in Köln machen könnt, um euch für gute Zwecke zu engagieren.

1. Mit dem Draussenseiter-Magazin Obdachlosen helfen

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1992 feierte das Kölner Straßenmagazin als erstes seiner Art in Deutschland Premiere - zuerst unter dem Namen Bank-Express, dann als Bank Extra. Nach nahezu 20 Jahren und 100 Ausgaben heißt die Zeitung inzwischen Draussenseiter und ist nicht nur im Straßenverkauf, sondern auch im Abo erhältlich. Der Verkauf gibt Obdachlosen und Menschen in sozialen Schwierigkeiten eine neue Perspektive: Von den 1,70 Euro Verkaufspreis erhält der Verkäufer jeweils 0,90 Euro und oft noch ein kleines Trinkgeld.

2. Über "Drink doch ene met" einen Kaffee an Bedürftige spenden

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"Drink doch ene met" ist so simpel wie effektiv: Wenn du dir im Café einen Kaffee kaufst, bezahlst du einfach einen zweiten mit und ein Gutschein dafür wird ins Café gehängt. Menschen, die sich den Café-Besuch selbst nicht leisten können, dürfen diese Bons einlösen und können so wieder am sozialen Leben teilhaben. Mit dabei sind unter anderem  das Carmelädchen, die Caffe'Bar, das Café Einspänner und das Südgold - allesamt in der Südstadt.

3. Mit Recup keine Pappbecher mehr verbrauchen

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In Deutschland werden jährlich 2,4 Milliarden Einwegbecher verbraucht! Wie gut, dass sich ein Start-Up diesem Problem angenommen hat: Recup ist nichts anderes als ein Pfandsystem. Ihr bekommt bei der Bestellung im Café statt eines Pappbechers den schicken Recup, einen Mehrwegbecher aus Kunststoff. Dafür bezahlt ihr einen Euro Pfand, den ihr bei der Rückgabe natürlich wieder bekommt. Der Becher wird dann gereinigt und kann laut der Macher bis zu 500 Mal benutzt werden. Der große Vorteil an der Sache ist, dass ihr die Becher nicht dort zurückgeben müsst, wo ihr sie gekauft habt, sondern es gibt bisher 50 Partnercafés in ganz Köln, die das Recup-System verwenden.

4. Krummes Gemüse bei "The Good Food" vor der Tonne retten

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In dem kleinen Laden "The Good Food" auf der Venloer Straße in Ehrenfeld werden frische Produkte von regionalen Bauernhöfen verkauft, die wegen ihrer Optik andernfalls im Müll landen würden. Zu kleine Kartoffeln, zu krumme Möhren, zu dicke Spargelstangen, dies und das von dem zu viel zu gewachsen ist – Gründerin Nicole und ihre Helfer holen von den Feldern im Kölner Umland, was sonst untergepflügt würde. In Nicoles Laden entscheidet jeder selbst, wie tief er dafür in den Geldbeutel greift, denn statt Preisschildern gibt’s hier Tafeln, auf denen steht „Zahl, was es dir wert“ ist.

5. Bei Emmaus einkaufen und damit sozial Benachteiligten helfen

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Was schön ist, muss nicht immer neu sein – das wissen wir längst. Wie gut es sich anfühlt, ein tolles Second-Hand-Teil zu finden, könnt ihr in den Gebrauchtwarenhäusern von Emmaus in Niehl, Riehl und Nippes ausprobieren. Hier gebt ihr Möbeln, Elektrogeräten, aber auch Klamotten nicht nur eine zweite Chance, ihr unterstützt mit eurem Kauf auch ein Unternehmen, das aus Menschen besteht, die  – aus welchen Gründen auch immer – dem gesellschaftlichen Druck erlegen sind, zum Beispiel Obadach- und Arbeitslosen, Drogenabhängigen und psychisch Kranken. Auf diesem Weg finden sie nicht nur Arbeit, sondern werden auch wieder integriert.

6. Mit der Too Good To Go-App Reste vor dem Müll bewahren

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Jedes Jahr werden 18 Millionen Tonnen Essen alleine in Deutschland weggeworfen - sei es auf den Feldern, im Einzelhandel, in der Gastronomie oder zuhause. Davon sind satte zehn Millionen Tonnen vermeidbare Abfälle. Umso besser, dass manche Läden wie das Café Fridolin, Sumo Sushi oder Supasalad abends ihre noch übrig gebliebenen Snacks zu einem reduzierten Preis anbieten. Eine super Möglichkeit für euch, um an ein günstiges Abendessen zu kommen – und wie nebenbei noch Lebensmittel zu retten! Das muss man aber natürlich erst mal wissen. Die App Too Good To Go gibt euch eine super Übersicht, welche Cafés, Bäckereien und Restaurants noch was übrig haben. Bezahlt werden kann einfach und bequem via App.

7. Alte Bücher zum nächsten Bücherschrank bringen

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Wenn's euch auch so schwer fällt, Bücher in den Müll zu tragen, dann verschenkt sie doch einfach weiter. Wäre ja auch schade drum. Perfekt dafür sind die Kölner Bücherschränke, die es zum Beispiel in Ehrenfeld neben der Drahtflechterei an der Körnerstraße oder auch in der Südstadt an der Rolandstraße Ecke Merowinger Straße gibt. Wer nicht nur dringend Bücher, sondern auch größere Dinge loswerden muss, der kann das ziemlich einfach über verschiedene Facebook-Gruppen wie das Nett-Werk oder Köln verschenkt tun.

8. Bei Kaffee und Kuchen im "Wo ist Tom?" Menschen mit Behinderung unterstützen

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Gutes tun kann nicht nur einfach, sondern auch noch richtig lecker sein. Zum Beispiel im "Wo ist Tom?" in Sülz. Das Café ist das erste Projekt der Kölner Lebenshilfe und wurde ins Leben gerufen, um Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Das Beste: Hier gibt es nicht nur leckeres Frühstück, sondern auch noch eine riesige Käsekuchen-Auswahl.

9. Bei der Kölner Freiwilligen Agentur ein Ehrenamt finden

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Die Kölner Freiwilligen Agentur ist die Lösung für alle, die ein bisschen Zeit haben, um sich zu engagieren, aber keinen Plan wofür. Das Grundkonzept ist schnell erklärt: Ihr füllt einen Fragebogen aus, kommt zum persönlichen Beratungsgespräch ins Büro an der Clemensstraße und verlasst es bestenfalls mit einem auf eure Wünsche maßgeschneiderten Ehrenamt.

10. Alte Klamotten an Bedürftige spenden

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Klar, ihr könnt eure alte H&M-Jeans noch für zehn Euro bei Kleiderkreisel verscherbeln, ihr könnt euch den Aufwand aber auch sparen und dazu noch was Gutes tun: Den nächsten Altkleidersack also einfach an eine der Kölner Kleiderkammern spenden. Viele davon versorgen bedürftige Menschen kostenlos mit Kleidung, andere wiederum übernehmen die Spenden in ihre Fairstores – dort bekommen Menschen mit geringem Einkommen die Sachen nicht nur besonders günstig, die Geschäfte schaffen auch Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Menschen mit Handicap.

11. Mehr lächeln!

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Was ist mit Deutschland los, dass man meist nur irritiert angeguckt wird, wenn man seine Mitmenschen auf der Straße anlächelt? Oder vielleicht sind die Leute es auch einfach nicht gewöhnt. Also gewöhnen wir sie daran und nehmen uns vor: Jeden Tag wird ein Mensch da draußen angelächelt. Nicht nur, dass ein anderer Tag so vielleicht ein bisschen schöner wird, lachen macht dich selbst auch glücklicher. Also ein Win-Win für alle. Viel Vergnügen bei dieser einfachsten Challenge!

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