Köln für Sparfüchse – die Stadt mit wenig Geld entdecken

Wer Köln nur besucht und nicht hier wohnt, hat das meiste Geld eigentlich schon gespart – in Form von Miete. Wohnungen in Köln sind inzwischen nämlich teurer als in Düsseldorf und Hamburg. Doch das ist nicht der einzige Kostenfaktor. Wenn wir auf die Speisekarten in Berlin schielen, merken wir schnell: Auch einige Restaurants in Köln sind gar nicht mal so günstig. Ja, das Leben am Rhein kann teuer sein. Doch wer die richtigen Spots kennt, kommt beim Köln-Besuch auch ohne viel Cash aus. Wir verraten euch, in welchen Restaurants ihr leckeres Essen für kleines Geld bekommt, wo ihr kostenlos die schönsten Ecken Kölns entdecken könnt, welche Bar mit einer Happy Hour punktet und wo ihr bei freiem Eintritt feiern könnt.

Morgens: Frühstück und Street-Art in Ehrenfeld

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© instagram.com/leyanebula Bunte Frühstücksauswahl zu fairen Preisen im Jaely's

Wer beim Frühstück Wert auf eine große Auswahl legt, bekommt im Jaely's in Ehrenfeld ordentlich was geboten – und das zu fairen Preisen. Vom klassischen Aufschnitt bis hin zu Eierspeisen, Pancakes und French Toast ist wirklich alles dabei. Das Croissant mit Konfitüre und Nutella, aber auch das "Toasti Frühstück" mit Toast, Butter, Konfitüre und Nutella gibt es jeweils schon für unter drei Euro, Pancakes und French Toast kosten je nach Topping zwischen 4,90 und 6,60 Euro. Naschkatzen dürfen sich zudem über eine prall gefüllte Kuchentheke freuen. Bei schönem Wetter kann man im Jaely's übrigens wunderbar draußen sitzen und das Treiben auf der Venloer Straße beobachten.

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© Christin Otto Auf Street-Art-Entdeckungstour in Ehrenfeld

Zeigt sich das Wetter von seiner freundlichen Seite, wollen wir an die frische Luft. Nur weil Museen dann bei der Freizeitplanung oft außen vor bleiben, müsst ihr aber noch längst nicht auf Kunst verzichten. Die passende Alternative: eine kleine Street-Art-Tour durch Ehrenfeld. Das Veedel ist schließlich so etwas wie die Kölner Street-Art-Hochburg. In kaum einem anderen Viertel gibt es so viele Murals auf so kleinem Raum. Wer aufmerksam durch die Straßen läuft, wird hier Arbeiten von international bekannten Grafitti- und Street-Art-Künstler*innen entdecken. Vor allem an der Helios-, Licht- und Körnerstraße, aber auch am Ehrenfelder Bahndamm gibt es viel zu entdecken. Keine Lust zu suchen? In unserem Guide zeigen wir euch, wo ihr tolle Murals in Ehrenfeld findet.

Mittags: Dom und Lunch mit Rheinblick

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© Unsplash Den Dom von innen bestaunen

Sich den Dom mal von innen anzusehen, ist längst nicht nur was für Touris. Auch Kölner*innen sollten immer mal wieder einen Blick nach drinnen werfen. Nicht nur, weil man sich dort bei Hitze wunderbar abkühlen kann, sondern auch, weil im Dom einige Highlights warten wie zum Beispiel das Gerhard-Richter-Fenster. Nichts für heiße Tage, aber sonst trotzdem immer wieder ein Erlebnis: die Turmbesteigung. 533 Stufen müsst ihr dafür hinter euch bringen, belohnt werdet ihr aber mit einem herrlichen Blick über Köln. Den Dicken Pitter – die Glocke des Doms – trefft ihr auf eurem Weg auch noch.

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© Christin Otto Beirut: Sandwich mit Rheinblick

Die perfekte Falafel-Adresse für gutes Wetter ist das Beirut am Buttermarkt. In dem Altstadt-Restaurant bekommt ihr leckere und prall gefüllte Falafel-Sandwiches. Die dürfen zwar – aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen – nicht im Laden gegessen werden, aber da der Rhein um die Ecke ist, findet ihr an der Promenade sowieso das schönere Lunch-Plätzchen. Wer mal was anderes probieren will, dem empfehlen wir das Sandwich mit gekochtem Löwenzahn – richtig lecker!

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© Florian Wehde | Unsplash Liebesschlösser zählen auf der Hohenzollernbrücke

Die Hohenzollernbrücke steuert wahrscheinlich jeder Touri bei einem Köln-Besuch an. Klar, allein die schiere Masse ist schon ziemlich beeindruckend. Hinzukommt, dass das Ganze ein super Fotomotiv ist und auch die Inschriften der Schlösser haben mitunter großen Unterhaltungswert. Wer ganz viel Zeit mitgebracht hat, kann sich ja mal daran versuchen, all die Schlösser zu zählen. Über Kölns berühmteste Brücke zu spazieren, ist übrigens nicht nur was für Touris. Auch für Kölner*innen ist der Anblick bezaubernd – und damit meinen wir nicht nur die Liebesschlösser, sondern vor allem die tolle Sicht auf den Rhein und die Altstadt.

Nachmittags: Die Schäl Sick entdecken

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© Christin Otto Auf Entdeckungstour im Rheinpark

Zwischen der Deutzer Messe und dem Mülheimer Hafen liegt der Rheinpark und verzaubert die Kölner*innen mit Natur pur. Wie der Name schon vermuten lässt, erstreckt er sich entlang des Rheinufers und bietet einen prächtigen Blick auf den Kölner Dom, den man hier aus der Ferne anschmachten kann. Wer sich über die Schienen wundert, die überall liegen: Im Rheinpark fährt tatsächlich eine Kleinbahn regelmäßig ihre Runden, die 1957 zur Bundesgartenschau errichtet wurde. Es gibt noch viele weitere Sehenswürdigkeiten, die von der Gartenschau übriggeblieben sind. Skulpturen, ältere Gebäude oder Wasseranlagen zieren die Wege des riesigen Stadtparks. Für Kinder gibt es zudem einen großen Abenteuerspielplatz und der Skatepark lockt ebenfalls viele Besucher*innen an.

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© Christin Otto Maritimes Flair am Mülheimer Hafen

So ganz ohne Meer in Reichweite kann man die Kölner*innen wohl getrost als echte Landratten bezeichnen. Wer trotzdem Hafenluft schnuppern will, dem empfehlen wir einen Abstecher nach Mülheim. Unter der Katzenbuckelbrücke liegt ganz idyllisch der Mülheimer Hafen mit seinen Bötchen. Auf die Landzunge verirren sich nicht allzu viele Menschen, sodass man hier alleine oder zu zweit – vielleicht ja auch bei einem Date – ein paar ruhige Momente verbringen kann. Wenn euch der Hunger überkommt, dann sind der Lokschuppen und das Café Rheinspaziert nicht weit. Und wenn ihr dann über die Katzenbuckelbrücke lauft, gibt's Domblick inklusive.

Abends: Dinner, Drinks & Dancen

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© Christin Otto Vietnamesisch schlemmen im Chum Chay

Das vielleicht beste Veggie-Restaurant Kölns findet ihr versteckt in einem Hinterhof am Friesenwall. Koch Toni ist kein Unbekannter. Im Lu am Zülpicher Platz hat er zuvor bereits bewiesen, dass ihm in Sachen vietnamesischer Küche niemand so schnell etwas vormacht. Im Chum Chay setzt er nun voll und ganz auf vegetarische Küche. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch. Absolutes Comfort Food zu günstigen Preisen. Die Hauptgerichte kosten unter zehn Euro. Wer's cremig mag, sollte die Reisnudeln mit gelbem Curry (Bun Ca Ri) probieren, Suppen-Liebhaber*innen ordern am besten eine Pho und wer Tofu liebt, sollte unbedingt unser Lieblingsgericht probieren: den panierten Bio-Tofu mit Zitronengras-Kokos-Sauce (Bun Dau Sot Dua). Bei schönem Wetter könnt ihr hier übrigens auch wunderbar draußen unter Sonnenschirmen essen.

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© Christin Otto Kiosk-Bierchen am Brüsseler Platz

Es ist ein bisschen wie mit den Schneeglöckchen im Frühling: Kaum scheint die Sonne, schon sprießen sie aus dem Boden – die Kölner*innen, die ihr Feierabendbierchen am liebsten am Brüsseler Platz trinken. Egal, was die Anwohner*innen sagen: Sich hier mit Freund*innen zu treffen, etwas zu trinken und zu quatschen, gehört irgendwie genauso zu Köln wie der Dom. Der Le Kiosk spielt dabei eine entscheidende Rolle – schließlich liegt er direkt am Platz und versorgt die Frischluftfanatiker*innen mit kühlen Drinks. Eine echte Institution also, bei der Schlangestehen bei gutem Wetter oft dazu gehört. Übrigens: Hier bekommt ihr nicht nur Kölsch, sondern auch leckeren Kaffee und Pasteis de Nata.

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© Scheinbar Happy und Blue Hour in der Scheinbar

Roter Samt, gedämpftes Licht, coole Sounds, leckere Drinks, gelöste Stimmung und erhöhter Flirtfaktor machen die Scheinbar, die von außen ganz und gar unscheinbar wirkt, zu einer echten Kult-Location. Hier könnt ihr mit euren Mädels oder Jungs ausgelassen zusammensitzen, aber auch mit eurem Date einen schönen Abend verbringen. Wer bei den Drinks ein paar Euro sparen will, hat in der Scheinbar auch dazu Gelegenheit – und zwar in gleich zwei Zeitfenstern. Die Happy Hour läuft von 20 bis 21 Uhr, weiter geht es dann von 23.30 bis 0.30 Uhr mit der Blue Hour. Innerhalb dieser zwei Stunden bekommt ihr alle Cocktails für sechs Euro. Und die sind nicht nur richtig gut – auch die Auswahl ist riesengroß. Am Wochenende wird in der Scheinbar um die runde Theke getanzt – da lohnt es sich, auch zu späterer Stunde vorbeizuschauen.

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© Sascha Waldschenk | Zum Scheuen Reh Feiern und Konzerten lauschen im Scheuen Reh

Das Scheue Reh ist eine echte Institution im Belgischen Viertel – und das nicht nur wegen der leckeren Drinks und der netten Terrasse, sondern auch, weil der Club seit Jahren mit immer neuen Events für Abwechslung sorgt. Unter der Woche und am Wochenende legen verschiedene DJ's auf und es wird ausgelassen gefeiert. Und das alles gibt‘s bei freiem Eintritt – wer also mal knapp bei Kasse ist und auf‘s Party machen nicht verzichten möchte, ist im Reh an der richtigen Adresse.

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