11 Theaterstücke in Köln, die ihr nicht verpassen solltet
Die Spielpläne der Kölner Theater- und Opernhäuser halten in jeder Saison einiges für euch bereit. Von neuinterpretierten Klassikern über modern gestaltete Inszenierungen und Dokumentartheater bis hin zu Tanzaufführungen und Performances ist alles dabei. Wir haben 11 Stücke rausgesucht, die ihr diese Spielzeit noch sehen solltet.
1 "Posthuman Condition" am Freien Werkstatt Theater
In „"Posthuman Condition" am Freien Werkstatt Theater beschreibt der 1975 in Hongkong geborene Theaterautor Pat To Yan Strukturen einer Diktatur und was "Menschsein" heißt, wenn tiefgreifende gesellschaftliche und technologische Umwälzungen es bedrohen.
2 "Carmen darf nicht platzen" am Horizont Theater
In einer Provinzstadt gerät die Opernwelt aus den Fugen: Eine gefeierte Diva wird erwartet, die Fans sind in Aufruhr – und dann läuft alles schief. Die Sopranistin kommt zu spät, sagt die Probe ab, streitet sich mit ihrem Mann und verschwindet schließlich hinter einer Mischung aus Alkohol und Tabletten. Als sie nicht mehr aufwacht, steht fest: Improvisation ist gefragt. "Carmen darf nicht platzen" ist eine schnelle, skurrile Komödie über Eitelkeiten, Lampenfieber und den ganz normalen Wahnsinn hinter den Kulissen.
3 "Imagine" am Schauspiel Köln
"Imagine" am Schauspiel Köln ist ein poetisches Theatererlebnis über Hoffnung, Bedrohung und die Kraft der Vorstellung. In einem scheinbar friedlichen Dorf kippt die Idylle langsam ins Unheimliche – zwischen Alltag und Albtraum, zwischen Licht und Schatten. Mit eindrucksvollen Bildern und starken Texten fragt das Stück, wie wir leben wollen und was passiert, wenn sich der Himmel plötzlich verdunkelt.
4 "Faust" im Schauspiel Köln
In Kay Voges’ Inszenierung von Goethes „Faust“ am Schauspiel Köln wird der Klassiker zu einem Bild- und Klangrausch über die großen Fragen des Lebens: Wissen, Begehren, Schuld. Zwischen Labor, Lichtspiel und digitaler Projektion sucht Faust nach Erkenntnis – und verliert sich im eigenen Spiegelbild. Die Inszenierung verwandelt Goethes Text in ein vielschichtiges Bühnenerlebnis, das Philosophie, Theater und Technik miteinander verschränkt. Zwischen Mephisto und Gretchen, Versuchung und Verzweiflung entsteht ein moderner Mythos über das Menschsein – intensiv, radikal und von hypnotischer Kraft.
5 "Man kann auch in die Höhe fallen" im Theater der Keller
Nach dem großen Erfolg von "Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" bringt das Theater der Keller mit "Man kann auch in die Höhe fallen" ein neues Kapitel aus dem Leben des Joachim Meyerhoff auf die Bühne. Diesmal geht es um Midlife Crisis, Mutterliebe und das Ringen um Kreativität – tragikomisch, klug und nah am Leben. In Julie Grothgars einfühlsamer Inszenierung treffen große Gefühle auf feinen Humor und zeigen, wie tröstlich Erinnerungen – und eine starke Mutter – sein können.
6 "Rabatz!" am Schauspiel Köln
"Rabatz!“ ist kein gemütlicher Theaterabend, sondern eine Stresstest für Kopf und Sinne. Regisseur Herbert Fritsch liebt das laute, überdrehte Spiel und bringt ein Theater auf die Bühne, das sich nicht an Regeln hält. Sprache verliert ihren Sinn, wird Klang und Rhythmus, Bewegung wird zum Ausbruch. In Anlehnung an den Dadaismus entsteht ein wilder, komischer Abend voller Energie.
7 "Die Wörter sind böse" am Schauspiel Köln
In "Die Wörter sind böse" wird Rolf Dieter Brinkmanns wütender, poetischer Blick auf die Welt lebendig. Ausgangspunkt ist sein gleichnamiges WDR-Hörspiel von 1974 – ein atemloser Gang durch das Köln der 1970er Jahre, aufgezeichnet mit Tonbandgerät und radikaler Subjektivität. Was als Nachdenken über das eigene Leben beginnt, entwickelt sich zum schonungslosen Flanieren durch Stadt, Sprache und Nachkriegsmief: voller Hasskaskaden, schwarzem Humor und überraschender Schönheit zwischen Beton und Fliesenboden.
8 "Wuthering Heights" im Theater im Bauturm
Emily Brontës „Wuthering Heights", lange als viktorianischer Schmachtroman verkannt, wird in der Inszenierung von Frederik Werth neu gelesen: als düstere Geschichte von obsessiver Liebe, Gewalt und Abhängigkeit. In einer multimedialen Theaterperformance greift Werth eine der Leerstellen des Romans auf und verschiebt die Perspektive – weg vom sicheren Kaminfeuer, hin zur Logik des True-Crime-Podcasts. Ein Abend, der fragt, wie Geschichten erzählt werden und warum uns das Dunkle so anzieht.
9 "Die Köln-Show" am Senftöpfchen Theater
In "Die Köln-Show" wird Köln zur Bühne und das kölsche Lebensgefühl zur pointierten Lektion: ein ebenso liebevoller wie bissiger Crashkurs in Klüngel, Kölsch und Karneval. Mit viel Humor und Selbstironie feiert die Show die Domstadt als Mekka des Frohsinns – und als Stadt im Dauerrausch zwischen Toleranz, Liedern und leichtem Hang zur Selbstzerstörung.
10 "Die Katze Eleonore" am Freien Werkstatt Theater
In "Die Katze Eleonore" entdeckt Immobilienmaklerin Eleonore, dass sie eigentlich eine Katze ist – und zieht daraus radikale Konsequenzen. Sie schneidert sich einen Fell-Catsuit, schärft ihre Sinne und verabschiedet sich Schritt für Schritt von gesellschaftlichen Erwartungen. Caren Jeß’ Text erzählt mit feinem Humor und existenzieller Schärfe von Selbstentwürfen, die konsequent gelebt werden wollen, und von der Frage, wie viel Individualität eine Gemeinschaft aushält.
11 "Hexe – Heldin – Herrenwitz" im Theater im Bauturm
In "Hexe – Heldin – Herrenwitz" am Theater im Bauturm haben Frauen das Sagen. Susanne Pätzold – vielfach ausgezeichnet für ihre Mitwirkung beim TV-Comedy-Format "Switch" –, die Kölner Schauspielerin Nicole Kersten und die Musikerin Bruna Cabral überlassen Kölner Frauen die Bühne. Ob bekannt oder unbekannt, historisch oder fiktiv – an diesem Abend können Agrippina, die Schriftstellerin Irmgard Keun oder die Wirtin der nächstgelegenen Kneipe auf der Bühne stehen.
Zoe Würsching